Probleme in multinationalen Unternehmen

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Nr. 4 / 23.09.1980 Alle Ausgaben
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Editorial

In diesem Heft

Ein Vorschlag, die Vielfalt der unternehmerischen Aktivität in den Griff zu bekommen Management by simplification

Zweck dieses Beitrages ist nicht, die lange Reihe der Managementsysteme durch eine weitere Variante zu ergänzen. "Management by simplification" will kein Führungskonzept besonderer Art ins Leben rufen, sondern zu einer Denkweise des Managements anregen, die erlaubt, die Vielfältigkeit der unternehmerischen Aktivität auf einfache Weise in den Griff zu bekommen. "Management by simplification'' ist eine Aufforderung zum Umdenken, ein Mittel gegen die Verkomplizierung einfacher wirtschaftlicher Vorgänge, gegen die Vertheoretisierung der unternehmerischen Praxis, gegen die Verakademisierung von Problemen, zu deren erfolgreichen Lösung vor allem wirtschaftliches Denken und gesunder Menschenverstand notwendig sind. Weil eine Vielfalt von Problemen wirtschaftlicher und technischer Natur zur Lösung drängt, ist eine möglichst einfache organisatorische Erfassung der gegebenen Fakten und Zusammenhänge anzustreben, damit der Führungsüberblick erleichtert und eine optimale Verwirklichung der Unternehmensziele ermöglicht wird. Das Konzept "Management by simplification" besteht im wesentlichen in einer Besinnung auf die wirtschaftlichen Grundfunktionen des Unternehmens und setzt sich zum Ziel, diesen mitten im Markt stehenden Organismus möglichst flexibel ins wirtschaftliche und gesellschaftliche Geschehen einzugliedern. Gleichzeitig soll durch die strukturelle Vereinfachung und klare Gestaltung der Organisation ein konstruktives Zusammenwirken aller Mitarbeiter in einem von Kompetenzkonflikten freien und daher entspannten Arbeitsklima angestrebt werden.

HARVARDmanager-Serie über Managementforschung in Deutschland (4): Ein Gespräch mit Privatdozent Dr. H. Jonas, Universität Frankfurt Die vierte EG-Richtlinie

Durch die vierte EG-Richtlinie wird die wirtschaftliche Lage des Unternehmens besser erkennbar gemacht und eine erhebliche Informationsverbesserung für Anleger, Gläubiger und auch für den innerbetrieblichen Informationsbedarf des Managements erreicht. In der Richtlinie hat der heutige Stand der betriebswirtschaftlichen Forschung weitgehend Berücksichtigung gefunden. Der Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre hat einen Sonderausschuß gebildet, der sich mit betriebswirtschaftlichen Grundsatzfragen und den Auswirkungen der vierten EG-Richtlinie befaßt. Herr Dr. rer. pol. habil. H. Jonas wurde in diesem durch Dr. Bruch aufgezeichneten Gespräch gebeten, einen kurzgefaßten Überblick über Ziel und Inhalt der vierten EG-Richtlinie zu geben. Seine wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen waren hierfür ausschlaggebend. Als Leiter des Bereichs Bilanzen der BASF Aktiengesellschaft befaßt er sich, über grundsätzliche Probleme hinausgehend, mit den durch die vierte EG-Richtlinie notwendigen Vorbereitungsarbeiten, die die Rechnungslegung nach der vierten EG-Richtlinie erforderlich machen. In zahlreichen Seminaren, Aufsätzen und in seiner neuesten Buchveröffentlichung hat er zur vierten EG-Richtlinie grundsätzlich und in Detailfragen Stellung genommen. Diese Kurzfassung schöpft damit aus einem umfangreichen theoretischen und praktischen Potential.

Strafrechtliche Gefahren gibt es bei vielen unternehmerischen Handlungen Was ist Wirtschaftskriminalität?

Mit dem Begriff "Wirtschaftskriminalität" verbindet der in verantwortlicher Stellung tätige Entscheidungsträger in der Wirtschaft zumeist lediglich jene "berühmten" Strafverfahren, die von den Publikationsorganen mit griffigen Abkürzungen versehen werden ("Stumm-Prozeß", "Herstatt-Prozeß") und das Interesse der Öffentlichkeit kurzzeitig - in der Regel bei spektakulären Verhaftungen, zu Beginn der Hauptverhandlung und bei der Urteilsverkündung - auf sich ziehen. Diese neue Form der "cause célébrée" ist wenig geeignet, dem in der Wirtschaft in verantwortlicher Stellung tätigen Manager die Probleme zu verdeutlichen, die mit dem Topos "Verfolgung der Wirtschaftskriminalität" verbunden sind. Die fatale, aber durchaus menschliche Neigung, unangenehme Themen zu verdrängen und bei unternehmerischen Entscheidungen auf das eigene Rechtsgefühl oder allenfalls dem Rat der Haus Juristen zu vertrauen, steht einer rationalen Betrachtung der strafrechtlichen Gefahren bei einer Vielzahl von unternehmerischen Handlungen entgegen. Äußere Zwänge (Wettbewerb) und interner Druck (Behauptung der Stellung im Unternehmen) tragen das Ihrige dazu bei, um nicht reversible strafrechtliche Konsequenzen hervorzurufen. Der gute Glaube an die strafrechtliche Irrelevanz des Handelns hilft dann wenig, die Argumente "das habe ich nicht gewußt" oder "das ist so üblich" stellen sich im nachhinein oftmals als wirkungslose Apologie dar.

Standpunkte