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Nr. 2 / 25.03.1980 Alle Ausgaben
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Editorial

In diesem Heft

Harvard Classic: Nicht allein die Verfeinerung der Rechenmethode, sondern eine sorgfältige Einschätzung der zukünftigen Entwicklung verbessert die Entscheidungsfindung Risikoanalyse bei Investitionen

Wie können Manager eine optimale Investitionsentscheidung treffen? Gibt es eine Methode der Risikoanalyse, die hilft, klug zu akquirieren, neue Produkte zu lancieren, den Betrieb zu modernisieren oder Überkapazitäten zu vermeiden? Der vorliegende Beitrag analysiert diese Fragen und beantwortet sie mit "ja" - weil es Möglichkeiten gibt, die Vielfalt der Risiken jeder einzelnen Situation zu messen. Mathematische Formeln, die nur eine Ertragsrate vorhersagen oder einen "bestmöglichen Schätzwert" liefern, reichen nicht aus. Der Autor stellt die Art der erforderlichen Daten, deren Verarbeitung und spezifische Kombinationen von Variablen wie Cashflow, Return-on-Investment (ROI) und Risiko in den Mittelpunkt, um anhand dieser Vorgaben die Eintrittswahrscheinlichkeiten aller möglichen Resultate im voraus zu berechnen. Manager können sich dieser zusätzlich zur Verfügung stehenden Informationen bedienen, um präzise abzuwägen, ob ein Investitionsvorhaben sich für das Unternehmen substantiell auszahlt. In einer Retrospektive bespricht der Autor die heute im privaten wie auch im öffentlichen Sektor routinemäßig eingesetzte Risikoanalyse und hebt hervor, daß die Methode in unserer von Unsicherheiten gekennzeichneten Welt in jeder Entscheidungssituation verwendet werden kann - und sollte.

HARVARDmanager-Serie über Managementforschung in Deutschland (3): "Betriebliche Finanzwirtschaft" an der Universität Bochum Integrierte Finanz- und Ergebnisplanung

Die Finanzplanung hat sich bisher darauf beschränkt, die erwarteten Einnahmen und die Ausgabeverpflichtungen zu erfassen und aufeinander abzustimmen. Zielsetzung war die Aufrechterhaltung der Liquidität und die Minimierung der Finanzierungskosten. In den letzten Jahren wurde in Theorie und Praxis erkannt, daß diese einfache Gegenüberstellungsrechnung nicht ausreicht, weil sie sich lediglich auf die Einnahmen und Ausgaben beschränkt, ohne die Wirkungen auf die steuerlichen Bemessungsgrundlagen und auf das Ergebnis (G + V-Rechnung) zu berücksichtigen. Aus dieser Erkenntnis wurden neue Ansätze entwickelt, denen gemeinsam ist, daß sie die Einnahme-Ausgabe- Rechnung mit der Ergebnisrechnung verknüpfen und in einigen Fällen noch mit einer detaillierten Steuerplanung verbinden. Einige dieser Modelle haben in Deutschland besondere Bedeutung erlangt: das Finanzplanungsmodell der Unternehmensberatung McKinsey, das SIFESP-Modell von R. Michel, in der ersten Ausbaustufe von Michel und Koopmann gemeinsam entwickelt, und das Integrationsmodell von Chmielewicz. Das Modell von McKinsey ist nicht veröffentlicht. Aber es gibt einige Großunternehmen, die damit arbeiten. Die Ansätze von Michel und Chmielewicz unterscheiden sich darin, daß Chmielewicz das Integrationsproblem in den Mittelpunkt stellt und dieses elegant, wenn auch mit aufwendigen mathematischen Verfahren löst. Michel dagegen wendet zur Integration einen sehr einfachen Integrationsalgorithmus an, erweitert jedoch den Ansatz, indem er die Steuerwirkungen detailliert mit einbezieht. (SIFESP = simultan integrierte Finanz-Ergebnis- und Steuerplanung.) Die drei Modelle haben meist in etwas abgewandelter Form Eingang in die Praxis gefunden. Großunternehmen wie die BASF, Bosch, VW, Shell, Esso, Thyssen-Gas können genannt werden. Bei BMW wurde ein EDV-Programm für eine integrierte Finanz-Ergebnis- und Steuerplanung entwickelt, dessen Funktionstüchtigkeit gelobt wird.

Standpunkte