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Vom Nutzen ökologisch verträglicher Produkte und Produktionsverfahren Offensiver betrieblicher Umweltschutz

Trotz zahlloser Umweltskandale in jüngster Zeit, haben viele Unternehmen offensichtlich noch immer nicht recht begriffen, wohin die Reise geht: Seit Anfang des Jahres wird in Bonn über drastisch erhöhte Umweltschutzanforderungen an die Wirtschaft nachgedacht, so etwa ein verschärftes Verursacherprinzip, eine obligatorische Umwelthaftpflichtversicherung und einen Umwelt- TÜV für die Chemie nach dem Muster der automatisierten Kontrollen bei Atomkraftwerken. Im ersten Teil seines Beitrags trägt der Autor acht Thesen zu einer marktwirtschaftlich orientierten Umweltpolitik vor, deren Prinzip lautet: So wie in der Nachkriegszeit das Eigeninteresse aller für den Wiederaufbau des zerstörten Landes aktiviert wurde, müssen wir heute das wohlverstandene Gewinnziel der Unternehmen zur Erhaltung und Rettung der natürlichen Ressourcen einspannen. Die Wirtschaft, insbesondere die Chemie, hat nur einen Weg, den steigenden ökologischen Anforderungen zu begegnen: offensives Umweltschutzmanagement. Im zweiten Teil stellt der Verfasser die drei Kernbausteine dieses Konzepts vor: das gesamte Unternehmen davon überzeugen, daß es notwendig und vorteilhaft ist, Umweltauflagen rascher und besser zu erfüllen, als der Gesetzgeber verlangt; ökologisch verträgliche Produkte und Produktionsverfahren mit betriebswirtschaftlichen Zielen integrieren; ein offensives Ökomarketing betreiben. Um die Glaubwürdigkeit dieser Strategie zu unterstreichen, müssen die Betriebe bei Unglücks- und Störfällen die Öffentlichkeit rechtzeitig und rückhaltlos informieren und gegeben falls freiwillig Entschädigungs- und Kompensationszahlungen leisten.
aus Harvard Business manager 3/1987
Lutz Wicke
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