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Bücher Nachhaltig wirtschaften

MIT-Vordenker Peter Senge erzählt die Geschichten jener Pionierunternehmen, die an der Spitze einer neuen Bewegung marschieren - wie Unilever, Coca-Cola und Ikea.
aus Harvard Business manager 1/2009

Unilever (einer der weltgrößten Lebensmittelproduzenten) erforscht gemeinsam mit der Organisation Oxfam (die gegen Armut und Ungerechtigkeit kämpft), inwieweit das Unternehmen die Armut in Indonesien beeinflusst. Ikea sucht gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen in Brasilien nach Wegen, um die Holzwirtschaft im Amazonasgebiet nachhaltiger zu gestalten. Die Manager bei Coca-Cola arbeiten intensiv mit dem WWF zusammen, nachdem sie festgestellt haben, dass sie mit den Maßnahmen in ihrer Fabrik letztlich nur einen Bruchteil des Wassers einsparen konnten, den die Produktion der braunen Brause insgesamt erfordert. Als sie verstanden hatten, dass der Wassermangel in vielen Ländern nicht nur eine große Bedrohung für die Menschen und die politische Stabilität vor Ort war, sondern langfristig das eigene Geschäft bedrohte, war das Unternehmen bereit, ganz neue Wege einzuschlagen; es investierte viel Arbeit, um in Partnerschaft mit dem WWF zu neuen, übergreifenden Lösungen zu kommen.

Wer diese Beispiele nun unter den Begriffen "Ökomanagement" oder "Corporate Social Responsibility" (CSR) abhaken möchte, muss umdenken. Peter Senge, Autor des überaus erfolgreichen Managementbuchs "Die fünfte Disziplin", Professor am MIT und Gründer der Society for Organizational Learning, sieht in solchen neuen Formen der Zusammenarbeit die einzige Chance, das Zeitalter der Industrialisierung herkömmlicher Prägung abzulösen, bevor es zu spät ist.

Senge meint, dass viele Politiker und Wirtschafsführer, was die Nachhaltigkeit unseres Wirtschaftens betrifft, noch immer in einer riesigen Illusionsblase leben. Die meisten Unternehmen würden sich damit begnügen, "die Liegestühle auf der 'Titanic' zu verrücken", oder verdrängen, dass sie überhaupt auf einen Eisberg zusteuern. Senge und seine Koautoren stellen dagegen jene Unternehmen und Organisationen vor, die bereits damit begonnen haben, zukunftsfähige neue Formen der Kooperation zu entwickeln.

Dabei zeigt Senge, dass sich seine Erkenntnisse aus früheren Bestsellern (in Systemen denken, Visionen kreieren, in Organisationen lernen) mühelos auch auf die globale Gesellschaft anwenden lassen. Er sieht durchaus die Schwierigkeiten solcher Kooperationen, etwa die Gefahr gegenseitiger Vereinnahmung. Doch mit jenem unwiderstehlichen Optimismus, den Amerikaner an den Tag legen können, die sich einmal einem Ideal verschrieben haben, entwirft er in seinem Buch ein faszinierendes, aber realistisches Bild der Zukunft. Es ist ein überzeugter und überzeugender Ruf an alle, sich dieser "notwendigen Revolution" anzuschließen.

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