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Motivation in Schlagworten

Ein praxisorientiertes Buch, das besonders für eilige Leser geeignet ist.
aus Harvard Business manager 4/2003

Wo anfangen, fragen sich viele Führungskräfte, die sich mit dem Thema Motivation auseinander setzen möchten. Einen nutzwertigen Überblick für Praktiker bietet das Buch des Personalberaters Rainer Niermeyer. Dem knappen Zeitbudget von Führungskräften entsprechend, präsentiert der Kienbaum-Partner die wichtigsten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis kurz und ohne Schnörkel in einem handlichen Taschenbuch. In der Einführung beschreibt er die aus seiner Sicht notwendigen theoretischen Grundlagen - die drei Säulen der Motivation: "Können", "Wollen" und "Dürfen". Diese sehr vereinfachte Betrachtung zieht sich als roter Faden durch das ganze Buch.

Im zweiten Kapitel liefert Niermeyer Hilfe zur Selbstmotivation. Sein Vorschlag: Vorgesetzte sollten sich über eigene Visionen und berufliche Ziele ("Wollen") klar werden, bevor sie sich um das Engagement ihrer Belegschaft kümmern. Erreichen können sie diese Ziele, indem sie ihre Kompetenzen ("Können") weiterentwickeln. Bei der Beschreibung, wie Manager ihr eigenes Umfeld gestalten können ("Dürfen"), sieht sich der Leser mit schmissigen Schlagworten konfrontiert: Die vorgeschlagenen Konzepte haben Namen wie "FIRM-Methode", "PIN-Code" und "ARA-Formel".

Im folgenden Kapital vermittelt Niemeyer eine auf den ersten Blick überraschende Kernbotschaft: Führungskräfte können Motivation bei ihren Mitarbeitern nicht durch das Drücken geeigneter Knöpfe erzeugen. Dafür sei jeder selbst verantwortlich. Niermeyer gibt Managern Anregungen, wie sie ihre eigentliche Aufgabe erfüllen können, nämlich geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, Barrieren zu beseitigen und den Mitarbeitern positive Erfahrungen zu ermöglichen, die dann wieder zu mehr Engagement führen. Als Ergänzung finden sich am Ende des Buches noch Arbeitsmaterialien (zur "Selbstreflexion").

Besonders wichtig für Praktiker sind die Methoden zur konkreten Umsetzung. Der Autor schildert Vor- und Nachteile von Instrumenten wie Mitarbeiterbefragungen, Zielvereinbarungen und Co. Relativ viel Raum nehmen die Vergütungssysteme ein - wohl auch, um ein wenig Werbung für das eigene Beratungsgeschäft zu machen.

Ein bisschen mehr Skepsis hätte speziell bei den Stock-Options nicht geschadet: Sie als Motivationsmethode warm zu empfehlen, um führende Angestellte zu einer Shareholder-Value-Mentalität zu erziehen, erscheint zwei Jahre nach Erscheinen des Buches zumindest fragwürdig.

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Niermeyer, Rainer

Motivation

Haufe, München 2001, 190 Seiten, 24,95 Euro

© 2003 Harvard Businessmanager

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