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Ist Ihr Unternehmen rassistisch?

Managerinnen und Manager müssen gegen die versteckte Diskriminierung von Mitarbeitern vorgehen. Was jetzt zu tun ist.
aus Harvard Business manager 9/2020
Foto: Helen H. Richardson / MediaNews Group / The Denver Post / Getty Images

Die Welle von Protesten in den USA hat es deutlich ans Licht gebracht: Die Brutalität der Polizei, die schwarze Amerikaner unverhältnismäßig stark trifft, ist außer Kontrolle geraten. In der Wirtschaftswelt haben viele daraufhin versucht, sich mit Erklärungen und Versprechen von solcher Gewalt zu distanzieren. Doch die gleiche rassistische Gewalt, die viele als unfair, ungerecht und inakzeptabel empfinden, geschieht auch innerhalb von Unternehmen.

Der Hauptunterschied liegt lediglich in der Wahl der Mittel. Bei den Polizisten handelt es sich vorrangig um physische Brutalität. In Unternehmen ist rassistische Gewalt eher systemisch und verdeckt. Aber in beiden Fällen ist das Ergebnis das gleiche: Menschen werden verletzt, missbraucht, beschädigt oder zerstört. Unternehmen müssen auf die Protestwelle angemessen reagieren. Sie können aber nur die richtigen Antworten finden, wenn sich ihre Führungskräfte mit den Erfahrungen von Mitarbeitern unterschiedlicher ethnischer Herkunft ernsthaft auseinandersetzen.

Wir haben zuletzt viel Zeit damit verbracht, schwarzen Mitarbeitern in verschiedenen Unternehmen zuzuhören. Ein Thema, das sich aus diesen Gesprächen herauskristallisierte, war die Diskrepanz zwischen den Erklärungen und Verpflichtungen eines Unternehmens nach außen und der täglichen Erfahrung der Mitarbeiter. Diese Diskrepanz ist nicht neu. Vielen Menschen ist aber nun bewusst geworden, wie groß sie ist.

Mehrere Unternehmen haben diese Diskrepanz öffentlich anerkannt. Larry Fink, CEO von BlackRock, erklärte: "Wir sind ein Unternehmen, das sich für Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft einsetzt. Deshalb müssen wir genauer hinschauen, wo das in unseren Unternehmen nicht der Fall ist, und dürfen unsere Unzulänglichkeiten nicht tolerieren." Jason Kilar, CEO von WarnerMedia, benannte Rassismus ausdrücklich als ein Problem in seinem Unternehmen und verpflichtete sich, auf Veränderungen hinzuarbeiten.

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