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Recruiting Simpler Trick bringt mehr Diversity

Werden Bewerberinnen und Bewerber vor der Auswahl in Kategorien eingeteilt, neigen Recruiter zu einer diverseren Auswahl. Forscher wiesen diesen Effekt in Experimenten für unterschiedliche Merkmale nach.
aus Harvard Business manager 10/2020
Foto: Richard Drury / Getty Images

Seit Jahren bemühen sich Unternehmen, Stellen mit möglichst diversen Bewerberinnen und Bewerbern zu besetzen. Trotzdem werden meist immer noch solche Kandidaten eingestellt, die den gängigen Stereotypen des Jobs entsprechen.

Gegen diesen Bias hilft ein simpler Trick, wie vier Wissenschaftler aus China, Australien und Singapur herausgefunden haben. Sie empfehlen, Bewerber in verschiedene Kategorien einzuteilen und auf diese Weise Entscheidern zu präsentieren – zum Beispiel Frau/Mann, Business School/Universität/FH oder deutsch/nicht deutsch.

Ihre Forschung stützt sich auf den sogenannten Partition Dependence Bias. Er tritt auf, wenn Menschen aus vielen möglichen Optionen wählen müssen. Die Studie zeigte: Sind Jobkandidaten nach einem bestimmten Kriterium gruppiert, wählen Manager oder Recruiter häufiger eine Person aus jeder Kategorie. So entscheiden sie sich letztlich für eine diversere Auswahl als ohne diese Kategorisierung.

In einem von insgesamt acht Experimenten mussten Personaler aus 16 Lebensläufen 4 Bewerber unterschiedlicher Spitzenunis aussuchen, die sie zum Vorstellungsgespräch einladen wollten. Waren die Lebensläufe willkürlich gemischt, wählten nur 14 Prozent der Personaler einen Kandidaten von jeder Uni. Waren sie jedoch nach Hochschule gruppiert, stieg die Zahl auf 35 Prozent.

Ähnlich war das Ergebnis bei einer Gruppierung nach Geschlecht, ethnischer Herkunft und Nationalität. Allerdings, so merken die Forscher an, funktioniert dieser "Nudge" nur, wenn Manager keine ausgeprägten Vorbehalte gegen Angehörige einer bestimmten Gruppe haben.

Quelle: Zhiyu Feng et al.: "Let's choose one of each. Using the partition dependence effect to increase diversity in organizations", Org. Behavior and Human Decision Processes, Mai 2020

Dieser Artikel erschien in der Oktober-Ausgabe 2020 des Harvard Business manager.

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