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Die Erfolgsgeschichte von Cobra-Bier Von Indien in die ganze Welt

Als Jurastudent in England hatte der Inder Karan Bilimoria eine Geschäftsidee: süffiges Bier, passend zu indischem Essen. Cobra-Bier wird heute auf der ganzen Welt getrunken. Der Gründer erzählt, wie klare Prinzipien zum Erfolg verholfen haben.
aus Harvard Business manager 3/2019
Karan Bilimoria ist Erfinder des süffigen Lagerbiers Cobra.

Karan Bilimoria ist Erfinder des süffigen Lagerbiers Cobra.

Foto: Christoffer Rudquist

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Als ich im indischen Hyderabad zur Schule ging, warfen meine Lehrer mir immer wieder vor, ich sei nicht kreativ genug. Ich konnte weder zeichnen noch Klavier spielen; daher empfahlen sie mir, zu studieren. Ich befolgte ihren Rat, schloss mein Studium an einer indischen Universität mit einem Bachelor of Commerce ab und nahm dann in London eine Stelle bei Ernst & Young an. Dort brachte ich es bis zum Wirtschaftsprüfer. Anschließend studierte ich Jura an der Cambridge University. Ich ging davon aus, dass ich später einmal Rechtsanwalt oder M&A-Berater werden würde.

Profil

Das Unternehmen

Die Biermarke Cobra Beer wurde 1989 im indischen Bangalore gegründet, Karan Bilimoria und sein Co-Gründer Arjun Reddy stellten ein Lagerbier her, das sie ausschließlich nach Großbritannien exportierten. Nach dem Ausstieg seines Co-Gründers verlegte Bilimoria die Produktion ins englische Bedford und erweiterte das Angebot. Nach finanziellen Schwierigkeiten, die das Unternehmen an den Rand der Insolvenz führten, gehört Cobra Beer heute zum US-kanadischen Brauereikonzern Molson Coors. Cobra Beer ist in über 40 Ländern weltweit erhältlich.

Der Manager

Karan Bilimoria baute 1989 zusammen mit seinem Freund Arjun Reddy in England ein Importgeschäft für Poloschläger auf. Doch sein wahrer Traum, ein süffiges Lagerbier passend zu indischen Speisen herzustellen, hat ihn nie losgelassen. Als sich ein Kontakt mit einer indischen Brauerei ergab, entwickelten die beiden gemeinsam mit dem Braumeister die neue Importbiermarke Panther, die später den Namen Cobra erhielt. Heute hält der inzwischen zum Lord ernannte Bilimoria 49,9 Prozent der Anteile an Cobra Beer. Er ist Chairman von Cobra Beer Partnership Limited und Molson Coors Cobra India - beides Joint Ventures des Brauereikonzerns. Bilimoria ist unter anderem stellvertretender Präsident der britischen Industrie- und Handelskammer.

Aber offenbar schlummerte doch Kreativität in mir, die nur darauf wartete, zum Leben erweckt zu werden. Eines Abends saß ich nach meiner Vorlesung in einem britischen Pub und fragte mich, ob ich lieber ein zu sprudeliges Lagerbier oder ein zu schweres Ale bestellen sollte. Da kam mir eine Idee: Ich wollte ein ausgewogeneres Bier kreieren, das man gut zum Essen trinken konnte – vor allem zu den würzigen Currygerichten aus meiner Heimat. Es sollte sowohl Männer als auch Frauen ansprechen; und eines Tages wollte ich dieses Bier auf der ganzen Welt vertreiben.

Das war damals mein Traum. Inzwischen ist er Wirklichkeit geworden: Die Biermarke Cobra, die ich auf den Markt gebracht habe, erwirtschaftet einen weltweiten Umsatz im Einzelhandel in Höhe von 250 Millionen Dollar pro Jahr. Auf dem Weg dahin war sehr viel Kreativität, Weitsicht, Flexibilität und Integrität erforderlich – und zwar nicht nur von mir, sondern von allen, die mir beim Aufbau des Geschäfts geholfen haben. Ich habe meine Grundschullehrer, die mir einst zu wenig Kreativität bescheinigten, nie wieder gesehen. Ich hoffe aber, dass sie stolz auf mich sind.

Das Gründen im Blut

Obwohl ich meine Karriere als Wirtschaftsprüfer nicht fortsetzen und auch keinen juristischen Beruf ergreifen wollte, war meine Ausbildung auf diesen beiden Gebieten für mich von unschätzbarem Wert. Vor allem in Großbritannien haben viele CEOs und Boardmitglieder von FTSE-Unternehmen (die also im großen britischen Aktienindex vertreten sind – Anm. d. Red.) ihre Karriere als Wirtschaftsprüfer begonnen; solide Grundkenntnisse im Finanzwesen sind für alle Manager wichtig.

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Tatsächlich leitete ich zusätzlich zu meinem Amt als CEO in den ersten zehn Jahren bei Cobra auch die Finanzabteilung. Außerdem hatte ich bei Ernst & Young wichtige Erfahrungen gemacht: Ich hatte gelernt, mich in einem globalen Unternehmen zu bewegen, mir Insiderkenntnisse verschiedener Branchen angeeignet und dadurch Erkenntnisse darüber gewonnen, wie ich selbst ein Unternehmen leiten könnte. Und als Jurastudent, der im Debattierklub Cambridge Union auftrat und für die Wahlen zur Studentenvertretung kandidierte, hatte ich gelernt, Beziehungen aufzubauen und Menschen mit Logik und Leidenschaft zu überzeugen.

Doch eine innere Stimme drängte mich immer wieder, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Diesen Weg hatte schon mein Urgroßvater gewählt: Er hatte sich ein Geschäft aufgebaut und war dreimal pleitegegangen, bevor er schließlich unser Familienvermögen ansammelte. Dann wurde er Mitglied des House of Lords in Indien und ein bekannter Philanthrop. Er starb, als ich erst drei Jahre alt war; doch eine seiner Töchter (meine Großtante) erzählte mir viele Geschichten über ihn. So hatte er über seinen Tod hinaus großen Einfluss auf mein Leben.

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