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Homeoffice Ungestörter arbeiten

Die Arbeit im Homeoffice während der Corona-Pandemie hat für viele Wissensarbeiter einen positiven Nebeneffekt: Ihnen werden nicht mehr ständig Aufgaben von Kollegen aufs Auge gedrückt.
aus Harvard Business manager 11/2020
Foto: jat306 / imago images

Verglichen mit anderen Berufen können Wissensarbeiter oft deutlich selbstständiger ihren Tag planen, bestimmte Aufgaben vorziehen oder auf später schieben. Allerdings verbringen sie auch ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit Aufgaben, die ihnen eine Kollegin oder ein Kollege aufgedrückt hat.

Grafik: Harvard Business manager

Die Corona-Zeit im Homeoffice  hat diesen Anteil jedoch stark verringert: Statt wie bisher in 26 Prozent ihrer Arbeitszeit beschäftigen sich Wissensarbeiter im Homeoffice nur noch in 8 Prozent ihrer Zeit mit den "Könntest du mal eben"-Bitten ihrer gleichrangigen Kollegen. Das hat eine Vergleichsstudie dreier Wissenschaftler um Julian Birkinshaw von der London Business School gezeigt.

Die Forscher hatten 2013 detailliert untersucht, wie 45 Wissensarbeiter ihre Zeit verbringen. Im Mai und Juni 2020 – während des Lockdowns – wiederholten sie ihre Studie mit 40 weiteren Wissensarbeitern und fanden heraus, dass der fehlende Kontakt zu Kollegen im Homeoffice auch etwas Gutes hatte: Es blieb mehr Zeit für das Wesentliche, also für Arbeit, die man selbst für wichtig hält und gern länger verfolgen würde.

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"Das Homeoffice ermöglicht uns eine kleine Atempause", schreiben die Autoren. "Chefs und Kollegen bedrängen uns nicht, und wir gehen nicht mehr aus reiner Gewohnheit zu Meetings, nur weil wir zufällig in der Nähe sind." So hätten Wissensarbeiter endlich mehr Zeit für Kundenkontakte, Weiterbildung und für ihre persönliche Entwicklung.

Dieser Artikel erschien in der November-Ausgabe 2020 des Harvard Business manager.

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