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Frühwarnsystem für Unternehmen Wenn Krisenpläne nicht mehr greifen

Auf manche Katastrophen kann sich ein Unternehmen kaum vorbereiten. Wenn ein Virus die Weltwirtschaft lahmlegt oder ein Kernkraftwerk von 14 Meter hohen Tsunami-Wellen überflutet wird, helfen die besten Pläne nicht weiter. Umso wichtiger ist ein Frühwarnsystem – und eine schnelle Reaktion.
aus Harvard Business manager 2/2021
Foto: Mitch Dobrowner

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Gut geführte Unternehmen kennen ihre Risiken und bereiten sich darauf vor. Diese Risiken können beträchtlich sein, und nicht immer lassen sie sich abwenden – denken Sie an die Havarie der Bohrplattform Deepwater Horizon, an wild gewordene Wertpapierhändler oder Explosionen in Chemiefabriken. Mit einem guten Risikomanagement können Unternehmen aber Prozesse entwickeln, mit denen sie die meisten Gefahren antizipieren, bewerten und verringern können.

Doch auch ein noch so ausgefeiltes Risikomanagementsystem kann ein Unternehmen nicht auf alles vorbereiten. Manche Risiken sind so abwegig, dass sie sich der Vorstellungskraft einzelner Manager und Managerinnen oder auch ganzer Führungsteams entziehen. Und selbst wenn Unternehmen weit hergeholte Risiken erwägen, erscheinen diese viel zu unwahrscheinlich, als dass es sich lohnen würde, Fähigkeiten und Ressourcen in die Vermeidung dieser Gefahren zu investieren. Solche entfernten Bedrohungen, die wir als neuartige Risiken ("novel risks") bezeichnen, lassen sich nicht auf herkömmliche Weise managen.

Im folgenden Beitrag stellen wir die typischen Merkmale solcher Risiken vor. Wir erklären, woran sich zeigt, ob sie eingetreten sind. Und wir beschreiben, wie Unternehmen ihre Ressourcen und Fähigkeiten einsetzen sollten, um die Folgen einzudämmen.

Was macht ein Risiko neuartig?

Im Gegensatz zu den bekannteren oder routinemäßigen Risiken eines Unternehmens lässt sich bei neuartigen Risiken schwer beziffern, wie hoch ihre Eintrittswahrscheinlichkeit ist und welche Konsequenzen sie haben könnten. Sie entstehen aus einer von drei Situationen.

Das Ereignis entzieht sich der Vorstellungskraft oder tritt an einem weit entfernten Ort ein. Solche Ereignisse werden manchmal als Schwarze Schwäne bezeichnet, aber sie sind nicht gänzlich unvorhersehbar. Die globale Finanzkrise 2008 zum Beispiel war ein Schwarzer Schwan. Die meisten Banken, die Mortgage-Backed Securities (kurz MBS, mit Hypotheken besicherte Wertpapiere) handelten, schätzten die Risiken ihrer Portfolios völlig falsch ein. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die Immobilienpreise auf breiter Front fallen würden. Einige wenige Investoren und Banken, die ein besseres Verständnis der Immobilien- und Finanzmärkte hatten, sahen den Zusammenbruch des Hypothekenmarktes aber durchaus vorher. Sie wetteten auf die Katastrophe und verdienten viel Geld damit.

Häufig gehen unvorhergesehene Risiken von Ereignissen aus, die weit weg bei einem Zulieferer eintreten. Im März des Jahres 2000 gab es in einer Philips-Halbleiterfabrik in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico einen kleinen Brand, ausgelöst durch einen Blitzschlag. Die örtliche Feuerwehr löschte das Feuer innerhalb von wenigen Minuten. Der Werksleiter meldete den Brand pflichtgemäß den Kunden der Fabrik und versicherte ihnen, dass der Schaden minimal sei. Die Produktion werde in einer Woche wieder normal anlaufen. Der Einkäufer bei Ericsson, einem großen Kunden der Fabrik, vergewisserte sich, dass sein Lagerbestand an Halbleitern aus dieser Fabrik noch für rund zwei Wochen reichen würde, und leitete den Vorfall nicht weiter.

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