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Datenschutz Vom Datenkraken zum Datentreuhänder

Viele Unternehmen gehen mit Informationen, die ihnen anvertraut wurden, fahrlässig um. Dies ramponiert das Vertrauen der Kunden und verbaut Unternehmen den Weg zum Erfolg. Aber keine Sorge: Es geht auch anders – sogar ohne großen Aufwand.
aus Harvard Business manager 11/2020
Völlig benebelt: Die Amerika-Tour der Rockband Deep Purple ist 1974 ein voller Erfolg. Highlight auf den Konzerten: der Song "Smoke on the Water" - effektvoll unterstützt durch Trockeneis.

Völlig benebelt: Die Amerika-Tour der Rockband Deep Purple ist 1974 ein voller Erfolg. Highlight auf den Konzerten: der Song "Smoke on the Water" - effektvoll unterstützt durch Trockeneis.

Foto: Fin Costello / Redferns / Getty Images

Daten sind das neue Öl", sagte der Mathematiker Clive Humby bereits 2006. Seitdem ist viel passiert. Humbys Prognose hat eine ganz neue Bedeutung bekommen. Für Unternehmen sind persönliche Daten heute nicht nur eine Ressource – sie sind zum zentralen Treiber ihrer Gewinne geworden. Die Menschen, um deren Daten es geht, zahlen dafür einen hohen Preis: Unternehmen betrachten die Informationen in ihren Datenspeichern inzwischen als ihr Eigentum. Sie nutzen diese, um Geld zu verdienen, und nehmen dabei keine Rücksicht auf diejenigen, die ihnen ihre Informationen im guten Glauben zur Verfügung gestellt haben.

Diese Haltung gefährdet den Ruf von Unternehmen und bedroht das Vertrauen der Kunden. Sie kann zudem immens teuer werden, wie die Fluggesellschaft British Airways und die Hotelkette Mar-riott erfahren mussten. Beide Unternehmen wurden zu Geldstrafen in Höhe von etlichen Hundert Millionen Dollar verurteilt, weil sie massiv gegen die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union verstoßen hatten. Bei den persönlichen Informationen, die sie unzureichend schützten, ging es eben nicht nur um eine Sammlung von Dateien, die irgendwo auf einem Server gespeichert waren: Es handelte sich um intime Details aus dem Leben sehr vieler Kunden.

Auch wenn Daten das neue Öl sein mögen: Unternehmen können sie nicht länger als eine Ressource betrachten, die es zu erlangen und auszubeuten gilt. Den Unternehmen gehören die Informationen nämlich nicht – ihre Kunden vertrauen sie ihnen an. Anstatt sich wie die Eigentümer dieser Daten zu benehmen, müssen Unternehmen zu Datentreuhändern werden. Dazu müssen sie persönliche Angaben schützen und dürfen sie nur im besten Interesse ihrer Kunden verwenden.

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Um Treuhänder zu werden, sind keine teuren Änderungen der Infrastruktur oder auch nur das Schreiben einer einzigen neuen Codezeile erforderlich. Die verantwortungslose Nutzung von Daten ist vielmehr kulturell bedingt. Wer dies beheben will, sollte versuchen, die treuhänderische Datenverwahrung in die alltäglichen Prozesse seiner Mitarbeiter einzubinden. Vier kosteneffiziente Ansätze können Unternehmen beim Start helfen:

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