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Sexuelle Belästigung in Unternehmen Das Schweigen brechen

Wir alle können lernen, über sexuelle Belästigung zu sprechen und sie zu verhindern. Ein fünfstufiges Verfahren hilft Arbeitgebern, mit dem Thema angemessen umzugehen.
aus Harvard Business manager 5/2018
Foto: Artur Debat / Moment RF / Getty Images

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Als Leiterinnen der US-Gleichstellungsbehörde Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) sind wir damit beauftragt, das Arbeitsumfeld für alle Menschen sicher zu machen. Und wir wissen, dass sexuelle Belästigung ein weitverbreitetes Problem ist. Sie kommt in allen Branchen, in allen sozioökonomischen Schichten und auf allen Hierarchieebenen vor. Untersuchungen zeigen, dass 60 bis 70 Prozent der Frauen mindestens einmal in ihrer Karriere sexuell belästigt wurden. Leider erheben nur sehr wenige dieser Frauen ihre Stimme. Rund 85 Prozent der betroffenen Angestellten verzichten darauf, die Belästigungen bei unserer Behörde anzuzeigen. 70 Prozent beschweren sich auch bei ihrem Arbeitgeber nicht über die Vorfälle.

Innerhalb weniger Monate hat sich diese Kultur verändert. Frauen sprechen nun öffentlich über das Problem. Seit Hollywood-Mogul Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung beschuldigt wird, erleben wir eine Welle von Enthüllungen. Frauen (und Männer) erzählen nun Geschichten, die sie viele Jahre lang geheim gehalten hatten. In den sozialen Medien teilen Eltern, Töchter, Freunde und Kollegen ihre persönlichen Erlebnisse. Die Zahl der Besucher auf unserer Website, die nach Informationen zum Thema suchen, hat sich verdreifacht.

Kompakt

Das Problem

In vielen Unternehmen scheint es nahezu unmöglich, über sexuelle Belästigung zu sprechen. Vorgesetzte wissen oft nicht, was konkret zu tun ist, wenn sie von solchen Vorkommnissen erfahren.

Die Lösung

Die Leiterinnen der US Gleichstellungsbehörde haben ein fünfstufiges Verfahren entwickelt, mit dem Arbeitgeber Belästigungen unterbinden und für die Zukunft verhindern können - von der Vorbildfunktion des Managements bis hin zu maßgeschneiderten Trainingsprogrammen.

Wir haben ganz offensichtlich einen Wendepunkt erreicht. Wir sprechen heute anders über sexuelle Belästigung als noch vor Kurzem. Und auch wenn dies Anlass zu Triumph geben mag: Der nächste Schritt ist noch wichtiger, denn dabei geht es um konkrete Aktionen. Er entscheidet darüber, ob wir auch den nächsten Wendepunkt erreichen – jenen, an dem wir keine Angst mehr vor Vergeltung haben, auch keine Scham mehr für das empfinden müssen, was uns widerfahren ist. Sobald wir diesen Punkt erreicht haben, wird es eher ungewöhnlich und peinlich sein, nicht über solche Vorfälle zu sprechen.

Um jedoch dorthin zu gelangen, braucht es gezielte Anstrengungen von Führungskräften. Diese müssen das Recht all ihrer Mitarbeiter auf ein Arbeitsumfeld ohne gesetzeswidrige Belästigungen schützen. Glücklicherweise hat unsere Kommission einen Fahrplan. Als Mitinitiatorinnen der über ein Jahr laufenden Erhebung "Select Task Force on the Study of Harassment in the Workplace" haben wir ein fünfstufiges Verfahren entwickelt, mit dem Arbeitgeber Belästigungen unterbinden können. Diese Empfehlungen stützen sich auf die Arbeit der Select Task Force und auf Erkenntnisse, die wir anhand von Aussagen von Betroffenen und Zeugen vor der Task Force gesammelt haben. Sie werden ergänzt durch den Erfahrungsaustausch von Mitgliedern der Task Force und das akribische Studium von Fachliteratur aus den Bereichen Soziologie, Psychologie und Wirtschaft.

Der Abschlussbericht ist 2016 erschienen und steht online kostenlos zur Verfügung. Er enthält Checklisten für Arbeitgeber, die den fünfstufigen Prozess übernehmen wollen. Im Folgenden beschreiben wir das Verfahren detaillierter.

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