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Networking Kontakte, Kontakte, Kontakte

Je früher Sie sich um Ihr Netzwerk kümmern, desto besser. Drei Tipps für die Kontaktpflege.
Von William C. Byham
aus Harvard Business manager 3/2009

Es ist unbedingt notwendig, innerhalb der ersten 30 bis 60 Tage nach einer Beförderung die ersten Kontakte zu knüpfen - selbst wenn Sie eine Aversion gegen Networking hegen. Denn innerhalb dieser Periode werden die Mitarbeiter einer Abteilung oder eines Unternehmens dar-über nachdenken, ob sie auf einen Kontakt mit Ihnen angewiesen sind oder ob sie Sie als Verlierer betrachten, der niemals hätte eingestellt werden dürfen.

Die meisten Leute fangen nicht von selbst an, Networking zu betreiben. Darum ist es für Aufsteiger oft schwierig, systematisch vorzugehen, wenn sie sich bemühen, Menschen zu finden, die ihnen helfen können. Dennoch ist das Knüpfen von Netzwerken die beste Möglichkeit, um an entscheidende Informationen über den Job zu kommen und früh Erfolge einzufahren.

Gelingt das nicht, fehlen Ihnen die Fakten, die Sie zum Beispiel für einen wichtigen Vorschlag brauchen, oder um eine kluge neue Idee zu entwickeln, die in der Vergangenheit gescheitert ist. Bei diesem beherzten Networking ("courageous networking"), wie ich es nenne, gilt es, spezielle Ziele zu setzen. Diese beziehen sich auf Vorgänge innerhalb der Firma, außerhalb der Firma und sogar auf Wettbewerber. Wenn Sie also gerade eingestellt oder befördert worden sind, gehen Sie folgendermaßen vor:

Finden Sie heraus, wer zu Ihrem Netzwerk gehören sollte

Es genügt bei Weitem nicht, zur selben Zeit am selben Ort Mittag zu essen. Fragen Sie sich: Wer kann mir helfen? Wer weiß, wo etwas passiert? Wer bewältigt Hürden? Wer gehört zu den Schlüsselstellen in der Informationskette?

Ihr Vorgesetzter kann eine große Hilfe sein, wenn es darum geht, die richtigen Leute ausfindig zu machen. Er kann Meetings anberaumen, Sie mit zu Tagungen nehmen und Sie telefonisch ankündigen. Aber er ist nicht der Einzige, der wertvolle Informationen besitzt.

Einer der wichtigsten Kontakte, die ich in einem früheren Job bei einem Handelsunternehmen geknüpft hatte, war die Person, die für Stellenbesetzungen zuständig war. Sie wusste stets, wer gerade auf dem Weg nach oben war. Ebenso nützliche Ratschläge habe ich von Freunden in der Rechtsabteilung bekommen. Sie erzählten mir ganz allgemein von den Problemen, die gerade im Unternehmen auftraten. Eine andere gute Freundin, die mit dem Lobbying der Firma in Washington befasst war, informierte mich über Gesetzesvorlagen, die gerade in Arbeit waren.

Wagen Sie es, sich selbst vorzustellen

Die meisten Menschen sind aufmerksamer, als Sie glauben. Niemand wimmelt Sie am Telefon ab, wenn Sie sich vorstellen: "Ich fange gerade hier an und versuche Leute kennenzulernen, die ..." Wenn ein Wettbewerber in meiner Branche einen neuen Chef anheuert, schreibe ich eine kurze Notiz, um zu gratulieren, und frage, ob ich kurz vorbeikommen darf. Keiner hat das je abgelehnt. Wer diese CEOs kennt, hat es leicht, wenn es Probleme zu lösen gilt. Zum Beispiel wenn die Vertriebsleute des Wettbewerbers unbegründete Gerüchte über mein Un-ternehmen streuen. Ich greife zum Telefon, erkläre die Situation, und die Sache ist bereinigt.

Bedenken Sie: Networking ist keine Einbahnstraße

Zeigen Sie sich erkenntlich, indem Sie Ihre Informationen teilen und in Kontakt bleiben. Sie können das tun, indem Sie Managern einmal im Quartal relevante Artikel schicken, oder indem sie ihnen zu einem Jobwechsel gratulieren. Viele Führungskräfte verwenden mindestens eine Stunde pro Woche darauf, ihr Netzwerk zu pflegen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Aufwand Sie betreiben, desto größer der Erfolg. So sagt der Marketingmanager eines großen Unternehmens, er verbringe durchaus auch zwei Stunden pro Woche mit Networking.

Beziehungen über Unternehmensgrenzen hinweg sind in weltweit tätigen Firmen genauso wichtig wie Beziehungen in der eigenen Organisation. Da Unternehmen ihre Strategie schneller verändern als je zuvor, ist es wichtig, gute Kontakte zu haben. Wer schon früh Zeit damit verbringt, sein Netzwerk aufzubauen, wird später Zeit sparen, wenn es darum geht, Probleme zu lösen, Ressourcen einzusetzen und Erfolge einzufahren. _

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