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Warum Expertensysteme niemals Experten ersetzen werden Können Computer denken?

Mit Hochdruck wird in den Labors der Computerkonzerne an Rechnern gearbeitet, die erstmals Anzeichen menschlicher Intelligenz zeigen sollen. Prototypen sogenannter Expertensysteme sind bereits auf dem Markt. Sie können Krankheiten diagnostizieren, Störquellen an Maschinen feststellen, Erdölfunde prognostizieren oder Auskunft in verzwickten Steuerrechtsfragen geben. Demnächst sollen sie auch das Wetter vorhersagen und knifflige Managementprobleme lösen. Wird der Computer eines Tages den Fachmann ersetzen? Der Autor, der in der Anwendung von Künstlicher Intelligenz langjährige Praxiserfahrungen hat, meint nein. Denn ein Mensch benutzt bei seiner Arbeit, selbst bei scheinbar höchst simplen Aufgaben, eine Unmenge an Fertigkeiten und Fähigkeiten, die ihm nur zu einem kleinen Teil bewußt sind. Es ist ungeheuer schwierig, dieses Know-how vollständig zu erfassen, zu beschreiben und in computergerechte Form zu bringen. So werden Expertensysteme nur für ganz enge Spezialgebiete eingesetzt, in denen das benötigte Wissen überschaubar ist. Der Computer ist buchstäblich ein Fachidiot. Zudem sind die heutigen Expertensysteme nicht sonderlich zuverlässig; bei jedem unbekannten Problem sind die Rechner hoffnungslos überfragt und geben völlig unsinnige Antworten. Der Computer wird daher allenfalls als Assistent eines menschlichen Experten eingesetzt werden. Solche "Assistentensysteme" dürften aber durch aus gute kommerzielle Chancen haben.
aus Harvard Business manager 1/1988
Beau Sheil
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