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Klimawandel Hitzewellen schaden dem Export

Wenn in einem Land extreme Hitze herrscht, sinkt dessen Exportvolumen. Darunter leiden auch die internationalen Handelspartner – oft stärker als das hitzegeplagte Land selbst.
aus Harvard Business manager 12/2022
Feuersbrunst: Verheerende Auswirkungen, nicht nur für den Wald.

Feuersbrunst: Verheerende Auswirkungen, nicht nur für den Wald.

Foto: Fernando Ojeda / EyeEm / Getty Images

Extreme Hitzewellen schaden nicht nur Menschen und Umwelt, sondern auch der Wirtschaft – und zwar vor allem in Ländern, die gar nicht direkt von den Temperaturschocks betroffen sind. Das haben Forscher vom ZEW Mannheim und von der Frankfurt School of Finance anhand von 4,5 Millionen internationalen Wetterdaten und bilateralen Handelsdaten aus fünf Jahrzehnten errechnet . So sinken in Monaten, in denen die Durchschnittstemperatur in einem Land mindestens 30 Grad Celsius beträgt, dessen Exporte im Schnitt um 3,4 Prozent – verglichen mit Monaten, in denen die Durchschnittstemperatur unter diesem Schwellenwert liegt. "Zwei Drittel dieser Kosten sind von Ländern zu schultern, die nicht direkt von der Hitze betroffen waren", erklärt Co-Autor Oliver Schenker.

Besonders negativ wirkten sich die Hitzewellen aus, wenn dem Handel arbeitsintensive Produktionsprozesse vorangingen. Der Grund: Beschäftigte arbeiten in starker Hitze weniger produktiv, fallen durch Krankheit aus oder kommen erst gar nicht zur Arbeit. Importländer versuchen dann, das ausfallende Angebot durch Importe aus Drittländern zu kompensieren, die jedoch oft teurer sind als die Waren aus dem hitzegeplagten Land. So verursacht eine durchschnittliche Hitzewelle Kosten von rund 360 Millionen US-Dollar durch weltweit sinkende Importe.

Quelle: Daniel Osberghaus, Oliver Schenker: "International Trade and the Transmission of Temperature Shocks", ZEW Discussion Paper, August 2022

Ausgabe Dezember 2022

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