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HARVARDmanager-Serie über Managementforschung in Deutschland (3): "Betriebliche Finanzwirtschaft" an der Universität Bochum Integrierte Finanz- und Ergebnisplanung

Die Finanzplanung hat sich bisher darauf beschränkt, die erwarteten Einnahmen und die Ausgabeverpflichtungen zu erfassen und aufeinander abzustimmen. Zielsetzung war die Aufrechterhaltung der Liquidität und die Minimierung der Finanzierungskosten. In den letzten Jahren wurde in Theorie und Praxis erkannt, daß diese einfache Gegenüberstellungsrechnung nicht ausreicht, weil sie sich lediglich auf die Einnahmen und Ausgaben beschränkt, ohne die Wirkungen auf die steuerlichen Bemessungsgrundlagen und auf das Ergebnis (G + V-Rechnung) zu berücksichtigen. Aus dieser Erkenntnis wurden neue Ansätze entwickelt, denen gemeinsam ist, daß sie die Einnahme-Ausgabe- Rechnung mit der Ergebnisrechnung verknüpfen und in einigen Fällen noch mit einer detaillierten Steuerplanung verbinden. Einige dieser Modelle haben in Deutschland besondere Bedeutung erlangt: das Finanzplanungsmodell der Unternehmensberatung McKinsey, das SIFESP-Modell von R. Michel, in der ersten Ausbaustufe von Michel und Koopmann gemeinsam entwickelt, und das Integrationsmodell von Chmielewicz. Das Modell von McKinsey ist nicht veröffentlicht. Aber es gibt einige Großunternehmen, die damit arbeiten. Die Ansätze von Michel und Chmielewicz unterscheiden sich darin, daß Chmielewicz das Integrationsproblem in den Mittelpunkt stellt und dieses elegant, wenn auch mit aufwendigen mathematischen Verfahren löst. Michel dagegen wendet zur Integration einen sehr einfachen Integrationsalgorithmus an, erweitert jedoch den Ansatz, indem er die Steuerwirkungen detailliert mit einbezieht. (SIFESP = simultan integrierte Finanz-Ergebnis- und Steuerplanung.) Die drei Modelle haben meist in etwas abgewandelter Form Eingang in die Praxis gefunden. Großunternehmen wie die BASF, Bosch, VW, Shell, Esso, Thyssen-Gas können genannt werden. Bei BMW wurde ein EDV-Programm für eine integrierte Finanz-Ergebnis- und Steuerplanung entwickelt, dessen Funktionstüchtigkeit gelobt wird.
aus Harvard Business manager 2/1980
Kurt Bruch
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