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Entrepreneure Marke Eigenbau

Wie geht Innovation? Fünf Kurzporträts kreativer Unternehmer, die zeigen, dass man keineswegs immer eine riesige Forschungs- und Entwicklungsabteilung braucht, um Neues zu schaffen. Ausdauer, Erfahrung, Mut, Kenntnis und Leidenschaft machen es möglich.
aus Harvard Business manager 8/2011
Elbfischer Olaf Jensen

Elbfischer Olaf Jensen

Foto: Jan Dube / picture-alliance/ dpa

Der Fischer und sein Fang

Olaf Jensen, 53, verkauft fernöstliche Krabben

Lange galt sie als Plage: Die Wollhandkrabbe, aus China eingeschleppt, zerriss schon manchem Fischer hierzulande das Netz. Olaf Jensen ist einer von ihnen, er teilt sich mit fünf anderen hauptberuflichen Kollegen die Elbe zwischen Hamburg und Cuxhaven. Auf die Idee, den nervigen Beifang zu vermarkten, brachte ihn ein Freund. Seitdem zählen neben norddeutschen Feinschmeckern auch chinesische Restaurants zu seinen Kunden, bei ihnen gilt die Krabbe als Delikatesse. Jensen selbst zieht Aal, Butt und Meerforelle vor, die können auch nicht so kräftig zukneifen.

Der Händler und der Glaube

Wout van Euwijk, 66, hörte gut zu

Als der Niederländer Wout van Euwijk noch mehrere normale Supermärkte hatte, kam ihm an seinen Fleischtheken häufig die Frage zu Ohren: "Ist das halal?" "Halal" kommt aus dem Arabischen und heißt "rein, zuverlässig und erlaubt". Gemeint ist damit Fleisch von Tieren, die nach islamischer Schlachtmethode getötet wurden: Im Namen von Allah mit einem Schnitt durch den Hals, danach müssen sie komplett ausbluten. 1993 brachte van Euwijk seine ersten Halal-Fertiggerichte auf den Markt, damals noch von Venloe aus und in einem Vier-Mann-Betrieb. 2004 zog das Unternehmen nach Nettetal an den Niederrhein um. Inzwischen arbeiten bei Mekkafoods 145 Mitarbeiter, zu den Kunden zählen auch große Handelsketten wie Rewe, Edeka und Real.

Die Ingenieurin und die Lokomotive

Maja Halver, 46, hat keine Angst vor Schwergewichten

Von Klischees hielt Maja Halver schon während ihrer Ausbildung wenig: Die Hamburgerin ist gelernte Maschinenschlosserin und Maschinenbauingenieurin. Nach dem Studium und wenigen Jahren in der Medizintechnik wechselte sie zur Deutschen Bahn und wurde später Geschäftsführerin von Northrail, einem Vermieter von Diesellokomotiven. Im Frühjahr 2010 machte sie sich selbstständig: Ihr Unternehmen Ajax Loktechnik bietet einen Rundumservice für Diesellokomotiven und Güterwaggons an, eine Marktlücke. Die Kunden waren begeistert, die großen Platzhirsche weniger. Halver kümmert das wenig. Bereits ein Jahr nach Gründung beschäftigt sie 14 Mitarbeiter.

Entrepreneurship

Entrepreneure werden heute händeringend gesucht. Aber den Schritt vom Manager zum Unternehmer wagen? Brauchen Start-ups eine Strategie, oder sollten Gründer einfach loslegen? Wie Innovationen Erfolg haben und was Strategen von Start-ups lernen können.

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Der Brauer und die Kunst

Leonhard Salleck, 68, mag es bunt und rund

Manch einer hat damals vermutlich schon bei sich gedacht, dass Leonhard Salleck, Brauereichef aus dem niederbayerischen Abensberg, ein Luftschloss bauen wollte. Dabei folgte der Kunstliebhaber nur seiner Vision: Salleck verehrte den österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser und wollte diesem in seinem Heimatort ein Denkmal setzen. Tatsächlich gelang es ihm, Hundertwasser für seine Idee zu gewinnen. Noch kurz vor seinem Tod zeichnete der Künstler den Entwurf für den 35 Meter hohen Turm. Heute steht dieser in dem pittoresken 12 700-Seelen-Ort und ist ein Besuchermagnet - längst nicht nur für Sallecks Kuchlbauer-Brauerei.

Der Autonarr und die Umwelt

Alois Ruf, 61, liebt exklusive Sonderwünsche

Nur Kenner können einen Porsche auf den ersten Blick von einem Ruf-Modell unterscheiden. Rein äußerlich kommen die Autos mit dem Namenszug "Ruf" eher bescheiden daher, doch wer unter die Haube der Fahrzeuge schaut, wird schnell eines Besseren belehrt: Bis zu 40 Sportwagen werden bei der Automanufaktur jedes Jahr von Grund auf neu aufgebaut, in Handarbeit und als Unikat. Ruf, der auch Wasserkraftwerke betreibt, liebt jedoch nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch die Umwelt: In einem vom Bundesministerium für Umwelt geförderten Projekt entwickelt Ruf gemeinsam mit Siemens derzeit einen elektrogetriebenen Sportwagen. Der eRUF auf Basis des Porsche 911 wird 2012 in Serie gehen. Dass die Kundenzahl überschaubar ist, stört den Chef wenig: Exklusivität hat ihren Preis. © 2011 Harvard Business Manager

Dieser Artikel erschien erstmals in der August-Ausgabe 2011 des Harvard Business managers.

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