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Videokonferenzen Zeig mir, wie du wohnst

Im Schlabberlook vom Bett aus Videokonferenzen führen? Das kommt nicht unbedingt gut an. Eine aktuelle Studie hat untersucht, welcher Hintergrund und welcher Kleidungsstil uns beim Arbeiten von zu Hause kompetent wirken lassen.
aus Harvard Business manager 8/2020
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Getty Images / iStockphoto / ExperienceInterior / Getty Images

Seit dem Beginn der Corona-Krise sehen wir unsere Kolleginnen und Kollegen in neuem Licht: vor der heimischen Bücherwand oder in der WG-Küche, im Pulli oder in Sportklamotten. Videocalls bieten Einblicke in eine private Welt, die uns bislang verborgen war. Wie gelingt es, in diesem Setting authentisch und dennoch professionell zu wirken? Was zieht man an, und welcher Hintergrund eignet sich für eine Videokonferenz?

Diesen Fragen ist ein US-Unternehmen für Daten- und Verhaltensanalyse nachgegangen: Im März und April 2020 befragte Quantified Communications 465 Menschen zu ihren Erfahrungen und Vorlieben bei Videokonferenzen. Zudem wurden ihnen Bilder einer Person vor drei verschiedenen Hintergründen, in je drei Kleidungstypen und -farben gezeigt.

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Das überraschende Ergebnis: Die meisten Menschen möchten ganz einfach den Raum sehen, in dem ihre Kollegen wirklich sitzen. Das ist eine schlechte Nachricht für alle, die gern mit virtuellen Büro-, Skyline- oder Strandpanoramen experimentieren. Solche szenischen Hintergründe landeten in den Präferenzen der Studienteilnehmer auf dem letzten Platz – weit hinter der einfarbigen Wand. Dagegen bevorzugten 44 Prozent eine Wand mit Büchern im Hintergrund; 34 Prozent mögen gerahmte Kunst, Zeugnisse oder Fotografien. Nur 22 Prozent wollten einen größeren Teil des Raumes sehen, einschließlich Mobiliar und persönlicher Gegenstände.

Casual-Look im Homeoffice kommt nicht gut an

Während viele Menschen im Homeoffice den Hintergrund nur bedingt beeinflussen können, lässt die Frage "Was ziehe ich an?" sehr viel mehr Spielraum. Grundsätzlich gilt: Wer sich so kleidet wie im Büro, kann nicht viel falsch machen. Für die meisten Befragten ist Business Casual der bevorzugte Kleidungsstil – außer sie möchten sich als Experte präsentieren, dann ist Business Formal gefragt.

Neutrale Farben sind beliebter als helle, und Muster passen in den Augen der Befragten nur bei Menschen, die sich als besonders innovativ präsentieren möchten.

Anders als die Studienautoren vermutet hätten, bevorzugen junge Menschen nicht automatisch den Casual-Look. Wer als Experte vor einem jungen Publikum spricht, sollte daher lieber nicht im Schlunz-Outfit auftreten. Business Casual ist auch hier weiterhin eine sichere Bank. Das Fazit der Autoren: "Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Kleidungsstil sich ändern darf, nur weil es Ihre Arbeitsumgebung tut."

Quelle: Noah Zandan, Hallie Lynch (Quantified Communications): "Dress for the (Remote) Job You Want", hbr.org, Juni 2020

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