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Arbeitsorganisation Heute kein Meeting – und morgen auch nicht

Wenn Unternehmen konferenzfreie Wochentage einführen, steigt die Produktivität und der Stresspegel sinkt. Ganz auf Meetings zu verzichten ist jedoch keine gute Idee.
aus Harvard Business manager 10/2022
Foto: morkeman / Getty Images

Was passiert, wenn Unternehmen die Anzahl ihrer Meetings deutlich senken? Dieser Frage ist ein Team von Business-School-Professoren aus England, Australien und Frankreich nachgegangen. Für ihre Studie  untersuchten sie 76 global tätige Unternehmen, die 2021 und 2022 ihre Meetingfrequenz über 14 Monate hinweg reduziert und einzelne Tage als meetingfrei deklariert hatten.

Die Auswirkungen waren fast ausschließlich positiv: Autonomieempfinden, Kommunikation, Engagement, Produktivität und Zufriedenheit der Beschäftigten stiegen in dieser Zeit spürbar an. Auch die Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen verbesserte sich: Mitarbeitende gaben an, in ihrem eigenen Tempo leichter persönliche Kontakte knüpfen zu können als in stark strukturierten Meetings. Oft nutzten sie dafür Projektmanagement-Tools wie Slack oder Teams. Und weil sie dadurch mehr Zeit gewannen, berichteten sie über geringeren Stress und höhere Zufriedenheit. Ebenso sank ihr Gefühl, von Vorgesetzten in Meetings durch Mikromanagement bevormundet zu werden.

Allzu weit sollten Unternehmen in ihrem Bemühen, Meetingzeit zu reduzieren, jedoch nicht gehen, warnen die Studienautoren: Wer die Zahl der Konferenzen um mehr als 60 Prozent senke, habe keine größeren Vorteile mehr davon. Wo es gar keine Meetings mehr gab, nahmen Produktivität, Engagement und Zufriedenheit der Mitarbeitenden wieder spürbar ab. "Wir gehen davon aus, dass es am vorteilhaftesten für Unternehmen ist, zwei Meetingtage pro Woche beizubehalten", schreiben die Wissenschaftler.

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