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Bücher Halb so schlimm

aus Harvard Business manager 11/2011

Es wäre zu kurz gegriffen, Anatole Kaletzky, Kolumnist der "Times" in London, als Sonnyboy der internationalen Wirtschaftsberichterstattung zu bezeichnen. Trotzdem: Allein schon der Titel seines in diesem Herbst auf Deutsch erschienenen Buches ist eine Wohltat: "Kapitalismus 4.0" heißt es dort, und im Untertitel noch präziser "Von der Geburtsstunde einer neuen Wirtschaftsordnung". Natürlich kann und will der britische Ökonom in seinem Werk nicht die Misere unserer globalen Wirtschaftsordnung negieren, aber anders als das große Heer von Schwarzsehern nimmt Kaletzky die folgenschweren Erschütterungen nicht zum Anlass, in den globalen Abgesang auf das System einzustimmen. Im Gegenteil: Die aktuelle Krise sei nicht die erste und werde auch nicht die letzte sein; wer den Untergang der Marktwirtschaft diagnostiziere, unterschätze ihre Selbstheilungskräfte, so der beruhigende Tenor des Buches. Indem er Fakten in einen plausiblen historischen und ideologischen Kontext einordnet, entzieht Kaletzky den Untergangsprophezeiungen den Boden. Im letzten Kapitel wagt der Autor sich an eine Reihe von Handlungsempfehlungen. Die eigentliche Stärke des Buches bleibt jedoch das Plädoyer für mehr Vertrauen in den Wandel. Ein sehr lesenswertes, weil einordnendes und relativierendes Buch.

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