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Bücher Für die Bahn

aus Harvard Business manager 11/2010

Malcolm Gladwell ist ein guter Erzähler. In einer Geschichte seines neuen Buchs geht es um den Enron-Skandal im Jahr 2001. Die Fakten sind bekannt, die Bilanzmanipulationen offengelegt, der Ex-Chef sitzt quasi ewig in Haft. Doch Gladwell schaut hinter den Vorgang, vergleicht ihn mit dem Watergate-Skandal und stellt fest: Die Entwicklungen sind kein Rätsel (wie Watergate), sondern ein offenes Geheimnis. Und so erzählt er, wie es einigen Akteuren gelang, das Geheimnis zu einem Skandal werden zu lassen. Das ist spannend - auch nach so vielen Jahren.

In den anderen 18 Geschichten, die alle einst im "New Yorker" veröffentlicht wurden, geht der Bestsellerautor unter-schiedlichsten Dingen auf den Grund: Was der Erfinder der Antibabypille nicht über Frauen wusste oder was Vor-stellungsgespräche wirklich verraten. Wer die früheren Werke Gladwells gelesen hat, wird jedoch einen Unterschied zum neuen Buch feststellen. Hier fehlen die theoretischen Grundlagen, auf denen "Tipping Point" oder "Blink!" basierten. Und so liegen einfach nur Geschichten vor, über Kuriositäten, spannende Personen der Zeitgeschichte, lustige Begebenheiten. Dies ist kein Sachbuch, sondern Prosa in unterhaltsamer Form. Kurzweiliges für die Bahn oder den Flie-ger. Geschichten, die es lohnt weiterzuerzählen. Mal was anderes. Christina Kestel

MALCOLM GLADWELL

Was der Hund sah

Campus 2010

368 Seiten

22 Euro

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