Antonia Götsch

Newsletter Lead Forward Werfen Sie sich in den Staub, wenn Sie Fehler machen?

Genauso wie es Chefs gibt, die eigene Fehler ignorieren und verschweigen - vielleicht sogar anderen in die Schuhe schieben, gibt es solche, die sich nach einem Fauxpas grämen und übertrieben in den Staub werfen. Beides ist schädlich.

Neulich stolperte ich über eine alte Podcastfolge der Amerikanerin Alison Green (Ask a Manager ). Eine Führungskraft erzählte darin von einem Fehler. Sie hatte eine Frühschicht vergessen, ein Kollege musste für sie einspringen.

Die Teamleiterin entschuldigte sich im internen Chat, räumte ihren Fehler ein und übernahm die anstehende Frühschicht des Mitarbeiters, der spontan für sie gearbeitet hatte. Im Teammeeting kam sie ein weiteres Mal auf ihren Fehler zu sprechen, entschuldigte sich wortreich und ausführlich. Hinterher war sie immer noch unsicher, ob es damit getan sei.

Nur wer nichts macht, macht keine Fehler

Genauso wie es Chefs gibt, die eigene Fehler ignorieren und verschweigen – vielleicht sogar anderen in die Schuhe schieben, gibt es solche, die sich nach einem Fauxpas grämen und übertrieben in den Staub werfen. Schuldzuweisungen beobachte ich zwar häufiger als Selbstanklage. Letztendlich haben aber beide Strategien eines gemeinsam: Sie sind wenig hilfreich – und schädlich fürs Team.

Nun fragen Sie sich vielleicht, wieso sollte es anderen wehtun, wenn ich mich selbst geißele? Als Chef oder Chefin sind Sie ein Vorbild. Wenn Sie aus einem kleinen oder mittelgroßen Fehler durch Ihr Verhalten einen riesigen Elefanten-Fehltritt machen, sendet das ein Signal an Ihre Mitarbeiter: Unsere Führungskraft findet Fehler ganz schlimm. Fehler sind hier absolut unerwünscht. Wer etwas falsch macht, zeigt eine nahezu unverzeihliche Schwäche.

Sich selbst für einen Fehler übertrieben herunterzumachen hat meist damit zu tun, dass man perfekt sein möchte und sich Fehler kaum verzeihen kann. Ich finde, im Fall der Teamleiterin hätte es völlig ausgereicht, sich im Teamchat zu entschuldigen und eine neue Frühschicht zu übernehmen.

Wir alle sind fehlbar. Denken Sie daran: Nur wer nichts macht, macht auch keine Fehler.

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