Antonia Götsch

Lead Forward Wie gut können Sie sich anpassen?

Wenn Musiker gemeinsam improvisieren, sind sie flexibel und passen sich an. Mal als Solist im Vordergrund, mal als Begleitung. Drei Regeln, die Führungskräfte übernehmen sollten.

Ich bin ich jedes Mal fasziniert, wenn Musikerinnen und Musiker gemeinsam improvisieren. Ihre Instrumente suchen und finden sich, mal als Solist im Vordergrund, mal als Begleitung. Ein Profimusiker hat mir mal erklärt: Wenn jemand aus dem Ensemble zum Solo ansetzt, übernehmen die anderen die Aufgabe, den Solisten glänzen zu lassen. Sie sind flexibel und passen sich an.

In der Schule, in der Uni und später im Job geht es meist um Richtig und Falsch – weniger ums Suchen, Experimentieren und Anpassen an neue Situationen und Möglichkeiten. Dabei wird Anpassungsfähigkeit zunehmend zur alles entscheidenden Kompetenz für Führungskräfte, wie der Wirtschaftspsychologe und Führungsexperte Carl Naughton herausgefunden hat. Seine Studie zeigt: Anpassungsfähige Menschen sind zielorientierter, initiativfreudiger, resilienter und erfolgreicher. Sie tun sich leichter damit, auf Veränderungen positiv zu reagieren und ihr Team durch turbulente Zeiten zu führen.

Egoismus klingt immer furchtbar

Ich habe die Musiker in meinem Freundeskreis gefragt, wie sie es schaffen, sich anzupassen und sich immer wieder aufeinander einzustimmen. "Wenn du dich mit vielen Leuten unterhalten willst, musst du zuhören", sagte einer. "Es gibt ein paar grundsätzliche Regeln, die alle kennen", ein anderer. "Und natürlich musst du dich trauen und dein Instrument beherrschen." Ich finde, das lässt sich gut übertragen. Anpassungsfähigkeit braucht zweierlei: gutes Selbstvertrauen und Demut. Oder, wie mein Freund Olli es formulierte: "Egoismus klingt immer furchtbar."

Ahnen Sie, wie anpassungsfähig Sie selbst sind? Wenn Sie neugierig sind: In dem Artikel von Naughton finden Sie einen Test, um Ihren persönlichen AQ (Anpassungsquotienten) zu ermitteln.

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