Antonia Götsch

Newsletter Lead Forward Wie viel Kontrolle brauchen Sie, um gut zu schlafen?

Bei vielen Karriereschritten bekommen wir einen neuen Titel und Verantwortung – ohne dass jemand mit uns darüber spricht, welche Aufgaben wir an andere abgeben könnten. Nehmen Sie das Thema selbst in die Hand.

"Mein Chef schüttet mich mit Aufgaben zu." "Ich habe kaum Zeit zu atmen." Auf meinen Newsletter vor drei Wochen haben sich etliche Führungskräfte bei mir gemeldet, die sich aufreiben, um die Erwartungen ihrer Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen zu erfüllen.

Ich kann das gut nachfühlen. Bei vielen Karriereschritten, die ich gegangen bin, bekam ich einen neuen Titel und Verantwortung hinzu – ohne dass jemand mit mir darüber gesprochen hätte, welche Aufgaben ich im Gegenzug abgeben könnte. Es hat mich etliche Überstunden und innere Kämpfe gekostet, bis ich verstanden habe: Das Delegieren nehme ich besser selbst in die Hand.

Delegieren ist wie gesunde Ernährung

Mit dem Delegieren ist es wie mit gesunder Ernährung. Alle wissen, es würde ihnen guttun, doch kaum einer schafft es, Aufgaben konsequent und wohlüberlegt abzugeben. Gerade, wenn der Stress zunimmt, rutschen wir schnell in alte und kontraproduktive Muster. Darüber habe ich gestern in unserem Webinar mit Senior Coach Christine Moscho gesprochen (am Donnerstag, 23. September, ist sie am frühen Nachmittag erneut live bei uns zu Gast, zur kostenlosen Anmeldung gelangen Sie hier).

Ein Tipp, der sich für mich bewährt hat: Bevor Sie eine Aufgabe abgeben, sollten Sie sich überlegen, wie viel Kontrolle Sie eigentlich brauchen, um gut schlafen zu können. Gemeint ist nicht die Kontrolle des Mitarbeiters, sondern die Kontrolle des Ergebnisses. Die ist selbst dann notwendig, wenn Sie einen Termin ausgemacht haben. Denn die Verantwortung, dass das Ziel erreicht wird, bleibt ja bei Ihnen als Führungskraft. Sie können schließlich nicht erst beim Kunden feststellen, dass die Präsentation fehlt, und dann sagen: "Sorry, hat mein Mitarbeiter wohl vermasselt."

Entscheiden Sie, wie viel Kontrolle Sie brauchen

Wie viel Kontrolle Sie brauchen, ist einerseits Typ-Sache. Manche Menschen können von Natur aus gut loslassen und vertrauen. Andere benötigen mehr Sicherheit und Orientierung. Zudem spielt natürlich auch die Erfahrung des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin und Ihre Beziehung zu diesem Menschen eine Rolle.

Wichtig finde ich, zu hinterfragen: Wie viel Kontrolle kann ich loslassen, wie viel Einblick brauche ich? Niemand hat etwas davon, wenn Sie ein Projekt delegieren und dann die ganze Zeit nervös über den Gang tigern oder ständig unter scheinheiligen Vorwänden nachhaken. Wenn Sie sich ehrlich eingestehen, dass Sie jede Woche einen Zwischenstand möchten, ist das für alle Beteiligten entspannter.

Mein Tipp: Bevor Sie das nächste Mal eine Aufgabe delegieren, stellen Sie sich folgende drei Fragen:

  • Was müsste passieren, damit ich mit gutem Gefühl loslassen kann?

  • Wie oft und wie tiefgehend möchte ich zwischendurch informiert werden?

  • Wann soll mich der Mitarbeiter unbedingt einschalten?

Wie gelingt es Ihnen, Aufgaben loszulassen und zu delegieren?

P.S. Ganz herzlichen Dank für Ihre E-Mails, Ihr Vertrauen und Ihre Rückmeldungen zu Herausforderungen der Teamführung. Ich habe Ihre Themen weitergegeben - und schon gestern sind wir bei unserem Webinar "Erfolg im Team – wenn es drauf ankommt" auf viele Ihrer Fragen und Anregungen eingegangen. Unter anderem ging es um schwierige Gespräche mit störrischen Kollegen und um die Herausforderung, erfolgreich zu delegieren. Falls Sie gestern nicht dabei waren, können Sie am kommenden Donnerstag, 23. September, um 14 Uhr an einer weiteren Runde mit Christine Moscho teilnehmen. Hier geht es zur Anmeldung. Ich freue mich auf Sie!