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Wirtschaftshistorie Wie Diskriminierung der Wirtschaft schadet

Als die Nazis ab 1933 jüdische Führungskräfte aus den Unternehmen warfen, fehlten plötzlich die fähigsten Leute. Der ökonomische Schaden war erheblich. Eine neue Studie zeigt, was wir aus historischer Datenanalyse lernen können – und warum das Thema immer noch aktuell ist.
aus Harvard Business manager 5/2019
Arbeiter am Fließband bei der Endmontage des Kadett im Opelwerk in Rüsselsheim 1936.

Arbeiter am Fließband bei der Endmontage des Kadett im Opelwerk in Rüsselsheim 1936.

Foto: dpa / picture alliance / dpa

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Dass Staaten bestimmte Bevölkerungsgruppen bewusst diskriminieren, ist vielen Deutschen heute nur noch als historisches Phänomen bekannt – oder als Problem nicht westlicher, diktatorisch geführter Volkswirtschaften. Doch so entfernt, wie wir denken, ist das Phänomen nicht. Auch in Industrieländern unterdrücken und schikanieren Regierungen Menschen, die zu einer nicht erwünschten Gruppe gehören.

Nur zwei Beispiele: Anfang 2017 belegte US-Präsident Donald Trump Bürger aus sieben muslimisch geprägten Ländern mit einem Einreiseverbot. US-Unternehmen fürchteten daraufhin, dass wachsende Diskriminierung es ihnen erschweren werde, Talente zu rekrutieren, zu halten und weiterzuentwickeln. Und in der Türkei ließ Staatspräsident Erdoğan nach dem Putschversuch von 2016 mehrere Tausend Führungskräfte verhaften, die angeblich Anhänger von Fetullah Gülen waren; viele weitere Türken flohen ins Ausland. Seitdem mehren sich die Stimmen, die vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch warnen.

Wenn Staaten Teile ihrer Bevölkerung diskriminieren, hat das nicht nur für die Betroffenen schlimme Folgen. Diskriminierung durchdringt die gesamte Gesellschaft – auch die Wirtschaft. Eine häufige Methode ist der Ausschluss talentierter Menschen von Führungspositionen. Daher wollten wir wissen: Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Praxis? Werden Unternehmen weniger rentabel, wenn sie selbst zu diskriminieren beginnen und hoch qualifizierte Personen nicht mehr für Managementaufgaben einsetzen? Und schließlich: Wie sehr leidet eine Volkswirtschaft, wenn ihre Regierung bestimmte Gruppen diskriminiert?

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Obwohl das Thema extrem relevant für Unternehmen und Staaten ist, haben wir derzeit nur wenige Belege dafür, wie kostspielig es sein kann, wenn staatliche Institutionen hoch qualifizierte Führungskräfte diskriminieren. Deshalb sind wir in unserer Studie "Discrimination, Managers, and Firm Performance: Evidence from 'Aryanizations' in Nazi Germany" neue Wege gegangen und haben die wirtschaftlichen Verluste durch Diskriminierung gemessen. Konkret analysierten wir die Diskriminierung von Führungskräften jüdischer Herkunft im Deutschland des Nationalsozialismus. Dafür werteten wir Daten zu den größten deutschen Unternehmen jener Zeit aus und ermittelten, wie sich Aktienkurse und Rentabilität von Unternehmen entwickelten, deren jüdische Manager wegen des wachsenden Antisemitismus ihre Posten verlassen mussten.

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