Antonia Götsch

Newsletter Lead Forward Ganz ehrlich: Stehen Sie auf dem Platz oder daneben?

Loslassen, ans Team abgeben und darauf vertrauen, dass die anderen den Ball schon versenken werden, das fällt vielen Führungskräften schwer – vom Teamleiter bis zur CEO. Warum eigentlich?

"Meine größte Schwäche ist, dass ich bei den Themen, die mir sehr am Herzen liegen, mit aufs Spielfeld renne, mitspielen und den Ball ins Tor schießen will". Diese Antwort gab mir Douglas-Chefin Tina Müller im Podcast auf die Frage, welche Verhaltensmuster ihr im Weg stehen. Und wer frei von Schuld ist, werfe nun bitte die ersten Klorollen oder Eier aufs Fußballfeld. Loslassen, abgeben und darauf vertrauen, dass die anderen den Ball schon versenken werden, das fällt vielen Führungskräften schwer – von der Teamleiterin bis zur CEO.

Als ich neulich unsere erste virtuelle Gesprächsrunde Open House in die Hände meiner Kolleginnen und Kollegen legte, war ich zum Beispiel viel nervöser als in anderen Situationen, in denen ich selbst moderiert hatte. Im Stress gibt mir dieses "etwas tun können" das Gefühl, die Dinge seien unter Kontrolle – was natürlich ein Irrglaube ist. Ich mache genauso häufig Fehler wie meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ich habe in den vergangenen Jahren verschiedene Muster beobachtet, die Führungskräfte davon abhalten, loszulassen. Perfektionismus und die Fantasie, dass es nur einen Weg zum Ziel gibt, zum Beispiel. Das Gefühl, Stärke demonstrieren zu müssen und alle anderen durch Momente der Unsicherheit tragen zu wollen. Der Wunsch nach Harmonie ("Ich will das dem Team nicht aufbürden, das mache ich schnell selbst").

Ich fand folgende Fragen unserer Autorin Melody Wilding hilfreich, um zu entscheiden: Ist das ein Moment, indem ich mitmischen sollte oder nicht?

  1. Wird diese Entscheidung oder Handlung den größten positiven Einfluss auf Ihre wichtigsten Prioritäten haben?

  2. Von allen möglichen Personen, die Sie erfreuen oder verärgern könnten, welche ein oder zwei Personen möchte ich am wenigsten enttäuschen?

  3. Was ist eine Sache, die Sie heute tun könnte, die Sie Ihrem Ziel näher bringen würde?

Am Ende ist es ganz einfach: Je weniger Sie sich in die Projekte und Prozesse einmischen, die Sie eigentlich delegieren könnten, desto mehr Energie haben Sie für die Probleme, die nur Sie in Ihrer Rolle anstoßen können

PS: Den Podcast können Sie hier anhören. Tina Müller spricht über ihre Karriere, ihr Image als Topmanagerin und Fehler. Abonnieren Sie unseren Kanal auf Spotify  oder Apple , damit Sie keine Folge mehr verpassen.

Reminder: Am Donnerstag, 24. Juni, habe ich nicht die gesamte Kontrolle, aber ein Mikro, wenn wir uns darüber austauschen, wie wir andere überzeugen - selbst Sturköpfe und Narzissten. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung für alle Leserinnen und Leser.

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