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Editorial Werdet Cheerleader!

aus Harvard Business manager 6/2021
Antonia Götsch, Chefredakteurin

Antonia Götsch, Chefredakteurin

Foto: ALEXANDER HAGMANN

Konkurrenz gehörte zur DNA meiner Branche, jahrzehntelang. Chefredakteure aus ein und demselben Verlag bestanden darauf, dass mehrere Stockwerke zwischen ihrer Redaktion und den Kollegen eines anderen Titels lagen: Man könnte ja voneinander abschreiben. Man jagte sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab, beschäftigte eigene Zusteller. Wer nicht für den eigenen Titel schrieb, war Gegner – oder irrelevant.

In der vernetzten, globalen Wirtschaft geht diese Strategie nicht mehr auf. Überlegen Sie kurz, was Sie tun, wenn Sie nicht den Harvard Business manager lesen. Blättern Sie durch eine Konkurrenzzeitschrift? Oder schreiben Sie stattdessen Kommentare auf Linkedin, schauen einen Film auf Netflix an, lernen online agile Führung auf Udacity? All diese unterschiedlichen Anbieter buhlen um Ihr Zeitbudget. Der Druck, den klassische Medien ausüben, fühlt sich an wie ein Lüftchen, wenn ich ihn mit dem Orkan vergleiche, mit dem die großen Plattformen durch die Märkte fegen.

Wer heute erfolgreich sein will, braucht starke Verbündete, schreiben die Autorinnen und Autoren unseres Schwerpunkts . Selbst Superegos wie Jeff Bezos und Elon Musk haben erwogen, zusammenzuarbeiten. Wir leben im Zeitalter der Kooperation. Das fühlt sich komplex und unübersichtlich an – aber auch schön.

Statt mich in meinem Stockwerk zu verschanzen, treffe ich mich alle sechs bis acht Wochen mit Kolleginnen von anderen Medien. Wir nehmen uns eine Stunde Zeit, sprechen offen über Pläne, Zahlen, Learnings. Mein Vertrauen wurde nie enttäuscht, und ich habe sowohl Wissen als auch Energie aus der Zusammenarbeit gezogen. Natürlich sind wir irgendwie auch Konkurrentinnen. Aber wir sind alle erfolgreicher, wenn wir uns wie Cheerleader verhalten.

Diskutieren Sie mit uns!

Es war vorauszusehen, dass unsere letzte Titelgeschichte über Narzissmus samt provokanter Optik (Konzeptkünstler halb nackt auf einem Schimmel) viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erregen würde. Aber Zehntausende Reaktionen und persönliche Kommentare, das hat Christina Kestel dann doch positiv überrascht. Die erfahrene HBm-Redakteurin betreut seit Jahren unsere Social-Media-Kanäle und kennt die wachsende Fangemeinde ziemlich gut. "Trolls und dumme Sprüche kommen bei uns kaum vor. Unsere Leserinnen und Leser sind kultivierte Menschen, die gern auf sachlicher Ebene diskutieren", sagt sie. Viele ergänzen die Artikel um eigene Tipps und Erfahrungen aus der Praxis. Sind Sie schon dabei? Diskutieren Sie mit auf Linkedin, Xing oder Twitter.

Ausgabe Juni 2021

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Dieser Artikel erschien in der Juni-Ausgabe 2021 des Harvard Business managers.

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