Antonia Götsch

Lead Forward Sie werden nicht glauben, was Angela Merkel im Supermarkt gemacht hat

Kontrollverlust ist Teil der digitalen Transformation. Sie können und werden nicht mehr alles verstehen. Die gute Nachricht: Es genügt, 30 Prozent der wichtigsten digitalen Themen zu durchdringen, um ein digitales Mindset zu entwickeln.

Mit der Digitalisierung beschäftigen sich Menschen ähnlich gern wie mit sicheren Passwörtern oder Holzhackschnitzel-Energieanlagen. Alle wissen: Das ist wichtig, um heute erfolgreich zu führen und zu arbeiten. Aber so richtig Lust und Freude, sich hineinzustürzen, verspüre ich bei den wenigsten. Deswegen habe ich auch ein bisschen geschwindelt und einen reißerischen Titel gewählt, um Sie zum Weiterlesen zu verführen. Ich gebe zu: Bei einer Zeile wie: "Haben Sie ein digitales Mindset?" hätte ich selbst vielleicht nicht auf Öffnen geklickt und den Newsletter gelesen. Warum ist das so?

Manchmal glaube ich, die Haptik fehlt – jedenfalls Menschen über 35. Klassische Hierarchien und analoge Prozesse vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und Planbarkeit. Sie sind greifbar, lassen sich nachvollziehen. Um es plakativ zu formulieren: Wenn Sie durch eine Brauerei gehen, wissen Sie hinterher ungefähr, wie ein Bier entsteht. Ob Sie nach einem Besuch im Rechenzentrum verstehen, wie ein Supercomputer funktioniert, würde ich bezweifeln (außer Sie haben fundierte Vorkenntnisse).

Kontrollverlust gehört dazu

Ich glaube, aus diesem Grund ist die digitale Transformation – jedenfalls wenn es eine echte und nicht nur vorgegebene Veränderung ist – mit Kontrollverlust verbunden. Es geht nicht darum, eine neue Software einzuführen, sondern um ganz neue Formen des Denkens und der Zusammenarbeit. Und hier liegt der Knackpunkt, egal ob es darum geht, selbst ein neues Mindset zu entwickeln oder sein Team mitzunehmen.

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Kontrollverlust macht Angst. Angst, nicht mehr mitzukommen. Angst, dass alle im Team plötzlich genau nachvollziehen können, was ich tue. Angst, dass eine kleine Veränderung wie beim Domino die anderen Steine umwirft (aus diesem Grund setzt meine Mutter weiter auf ihren Nadeldrucker. Sie fürchtet, bei einem Austausch ihre kleine Firma lahmzulegen).

Die gute Nachricht: Es genügt, 30 Prozent der wichtigsten digitalen Themen zu durchdringen, um ein digitales Mindset zu entwickeln, wie die Autoren unserer neuen Titelgeschichte  zeigen. Vielleicht ist das eine Zahl, mit der Sie anderen – und auch sich selbst – die Angst ein wenig nehmen können. Und die Ihnen Lust und Mut macht, sich mit Ihrem Digitalen Mindset zu beschäftigen, insbesondere, falls Sie bei diesem Thema sonst eher weggeklickt hätten. Es lohnt sich!

PS: Empfehlen kann ich Ihnen auch den Text  von Microsoft-CEO Satya Nadella. Gemeinsam mit seinem Co-Autor beschreibt er, wie erfolgreiche Unternehmen die Silos innerhalb ihrer Organisationen eingerissen haben und so Innovationen in einem ganz neuen Tempo vorantreiben können.

Und die Auflösung: Angela Merkel hat im Supermarkt Kartoffeln, Radieschen und Küchenrolle gekauft, als ich sie in der Uckermark traf. Von dieser Begegnung können Sie hier lesen.

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