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Teamführung Strategien optimal umsetzen

Die meist recht abstrakte Unternehmensstrategie in konkrete Maßnahmen umzuwandeln ist eine Kunst. Eine vom Militär entlehnte Form der Teambesprechung hilft Ihnen und Ihren Mitarbeitern, sie zu beherrschen.
aus Harvard Business manager 3/2011
Foto: Huber & Starke / Corbis RF Stills / Getty Images

Es ist viele Jahre her, dass Peter Drucker Führungskräften sein "Management by Objectives" (Führen durch Zielvereinbarung) vorstellte. Seitdem haben Unternehmen Druckers simplen "Brief an den Chef" (Manager's letter") durch detailliertere und zeitaufwendigere Prozesse ersetzt. Dies führt in der Regel zu unübersichtlich vielen Maßnahmen und Zielen, die erst Mitte des Jahres, für das sie gelten sollen, genehmigt werden. Sie stiften letztlich nur Verwirrung darüber, was wirklich wichtig für das Unternehmen ist. Für die meisten Manager bleibt vor allem die entscheidende Frage unbeantwortet: Was genau wird von mir erwartet?

In diesem Beitrag geht es um die Antwort auf diese Frage. Ich nenne den hier von mir beschriebenen Prozess "Strategiebriefing", eine Methode, die auch das Militär anwendet. Dank dieser Methode können Vorgesetzte und ihre Mitarbeiter sich ein klares Bild von komplexen Zielen und Leistungskennzahlen machen und festlegen, auf welche Ziele sich jeder Einzelne in welcher Reihenfolge konzentrieren muss. Das Briefing ermöglicht Managern zudem, Parameter für zwei Variablen festzulegen, die wichtig für gute Leistung sind: das Maß, in dem Mitarbeiter eines Unternehmens sich bei ihrer Arbeit an Vorgaben des Managements halten, und wie viel Handlungsspielraum den Mitarbeitern für selbstständige Entscheidungen gewährt wird. Im Wesentlichen werden hoch gesteckte Strategieziele durch das Briefing in klare Anweisungen für die tägliche Arbeit umformuliert.

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Im Folgenden möchte ich die fünf Schritte des Briefing-Prozesses anhand eines fiktiven Beispiels erläutern, das auf meinen Erfahrungen als Berater und Dozent beruht. Im Anschluss werde ich erklären, wie Sie den Prozess in Ihrem Unternehmen einführen können.

Verwirrung trotz guter Absichten

Joe war beruflich erfolgreich. Er war Ingenieur mit MBA-Abschluss und arbeitete bei einem großen, renommierten Informationsdienstleister. Ein Jahr nachdem er in die Produktentwicklung gewechselt war, wurde er gebeten, ein Entwicklungszentrum in Asien aufzubauen. Durch neue, kostengünstigere Angebote hoffte das Unternehmen, die immer stärkere Konkurrenz von Billiganbietern abwehren zu können.

Sechs Monate nach Projektbeginn organisierte Joe ein Treffen der Projektteilnehmer, das in entspannter Atmosphäre außerhalb des Unternehmens stattfand. Joe hielt einen kleinen Vortrag über die Ziele und Herausforderungen des Unternehmens und bat die Teilnehmer dann um Vorschläge, welchen Beitrag jeder Einzelne leisten könnte. Nach kurzem Schweigen hob einer der Chefentwickler die Hand. "Ich möchte nicht negativ klingen", sagte er, "aber was genau ist denn unser Ziel?"

Kompakt

Konfusion

Manager kämpfen von jeher mit der Übersetzung der unternehmensinternen Zielvorgaben in alltägliche Handlungen. Abhilfe bietet ein Strategiebriefing, welches das Militär vieler Staaten schon seit Langem anwendet. Es bietet die Möglichkeit, die Mitarbeiter eines Unternehmens sowohl strategisch an einem Strang ziehen zu lassen als auch ihre autonome Arbeit sicherzustellen. Die Methode zeigt Managern durch ständiges Nachfragen und Überprüfen einen Weg aus dem mitunter komplexen Durcheinander von Zielen und Kennzahlen.

Klarheit

Die fünfstufige Methode des Strategiebriefings startet mit der Formulierung der Absicht (das "Was" und "Warum"), überprüft diese unter Berücksichtigung der äußeren Umstände und bestimmt die wichtigsten Kennzahlen, die den Erfolg messen. Im vorletzten Schritt werden die Aufgaben definiert, und anschließend werden die Grenzen und Rahmenbedingungen bestimmt, die den Handlungsspielraum ausmachen. Diese Methode sollte idealerweise von allen Abteilungen einer Organisation angewendet werden.

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