Antonia Götsch

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"Sie hat keine natürliche Autorität. Er ist eher ein Kandidat für die zweite Reihe. Sie hat einfach Charisma." Bestimmt haben Sie solche Sätze auch schon in Unternehmen gehört. Ob wir es wollen oder nicht, andere Menschen machen sich ein Bild von uns. Das kann uns helfen oder der Karriere im Weg stehen.

"Sie geht gern in die Oper." "Sie liest Dostojewski und debattiert bei einem Glas Wein über Kunst."

Ich erinnere mich genau, was die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei meinem ersten Führungskräftetraining vor mehr als zehn Jahren über mich sagten. Wir hatten uns fünf Minuten zuvor erstmals gesehen. Die Übung: Sie sollten mir alle zurückmelden, welchen Eindruck ich bei ihnen hinterlasse. Das passiert immer, wenn wir einen Raum betreten. Noch bevor wir das erste Wort gesprochen haben, machen sich die anderen ein Bild, heben oder senken innerlich den Daumen. Normalerweise bekommen wir solche Gedanken bloß nicht zu hören.

Unbewusst habe ich soziale Marker verwandt

Ich muss heute noch lachen, wenn ich an mein Feedback denke. Außer dem Glas Wein stimmte nichts. Aber mein schwarzer Rollkragenpulli und meine dicke dunkle Brille hatten ihre Wirkung entfaltet. Unbewusst hatte ich damit bestimmte "soziale Marker" verwendet, wie es die Autorinnen und der Autor unserer Titelgeschichte "Finden Sie Ihren Führungsstil " nennen. Sie zeichnen anhand ihrer Erfahrungen und Studien nach: Wie wir auf andere wirken, ist entscheidend für unsere Karriere.

"Sie hat keine natürliche Autorität." "Er ist eher ein Kandidat für die zweite Reihe." "Sie hat einfach Charisma." Bestimmt haben Sie solche Sätze auch schon über sich oder andere in Unternehmen gehört. Das klingt, als gäbe es ein angeborenes Chefinnen- oder Chef-Gen.

Sind Sie einschüchternd oder "zu nett"?

Ich bin überzeugt: Führung ist zu großen Teilen ein Handwerk, das sich lernen lässt. Wenn wir es schaffen, unsere Stärken und Schwächen zu erkennen – und bereit sind, an uns zu arbeiten.

Cover-Model "Tschikko" im Hamburger Hafen

Cover-Model "Tschikko" im Hamburger Hafen

Foto:

Julia Marie Werner

Deshalb finde ich unsere Titelgeschichte so wertvoll. Sie lernen darin, wie sich Ihr eigener Führungsstil durch ganz konkrete Handlungen anpassen und verbessern lässt. Wenn Sie zum Beispiel hören, Ihnen fehle Autorität, kann es sein, dass Sie sehr viel passive, vorsichtige Sprache nutzen. Auch ein formellerer Kleidungsstil könnte diesen Eindruck sofort verändern. Wenn Sie dagegen als einschüchternd gelten, sollten Sie vielleicht weniger reden und mehr zuhören.

Ich bin gespannt zu hören, wie Ihnen der Ansatz gefällt - und frage mich: Haben Sie Ihren Führungsstil schon einmal bewusst verändert und angepasst, zum Beispiel auf ein neues Unternehmen oder Team?

Ich freue mich wie immer sehr über Feedback aus Ihrem Alltag.

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Antonia Götsch, Chefredakteurin des Harvard Business managers, teilt Wissen aus den besten Managementhochschulen der Welt und ihre eigenen Erfahrungen mit Ihnen. Einmal die Woche direkt in Ihr E-Mail-Postfach. 

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P.S. Gefallen Ihnen die Bilder? Ich habe wirklich gestaunt, als ich die Fotos zur Titelgeschichte von unseren Kollegen und Kolleginnen aus Boston geschickt bekam. "Das ist doch Tschikko!", dachte ich. Der Hund auf unserem Cover hat es von Hamburg nach Amerika und zurück geschafft.

Tschikko ist nämlich der Patenhund meiner wunderbaren ehemaligen Kollegin Kaddel. Er war daher früher häufig bei mir im Büro zu Gast. Mit Löwenmähne habe ich ihn allerdings zum ersten Mal gesehen. Ich finde die Fotos stark, denn Tschikko vereint zwei Dinge, die ich an Führungskräften schätze: Auf unserem Cover strahlt er sowohl Willensstärke als auch Humor aus.

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