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Sheryl Sandberg über Frauen in Führungspositionen "Unsere Zeit ist gekommen"

Sie lenkt ein Netzwerk mit mehr als einer Milliarde Nutzern, sie ist eine der mächtigsten Wirtschaftsfrauen der Welt - und sie setzt sich vehement für mehr Frauen in Führungspositionen ein. Ein Gespräch mit Sheryl Sandberg, Chief Operating Officer bei Facebook.
Das Interview führte Adi Ignatius
aus Harvard Business manager 5/2013
Sheryl Sandberg

Sheryl Sandberg

Foto: DPA

Harvard Business manager: Frau Sandberg, in diesem Frühjahr erscheint Ihr Buch "Lean In: Frauen und der Wille zum Erfolg". Sie bezeichnen Ihr Werk als eine Art feministisches Manifest. Was meinen Sie damit?

Sheryl Sandberg: Das Buch ist im Prinzip eine Mischung aus allem. Einerseits erzähle ich darin persönliche Geschichten aus meinem Leben und Erfahrungsschatz, andererseits trage ich darin Daten und Erhebungen über Gender-Themen zusammen. Und ja, passagenweise rufe ich darin auch zu mehr Aktionen von und für Frauen auf.

Würden Sie sich selbst als Feministin bezeichnen? Das Wort ist in den vergangenen Jahren ein wenig in Verruf geraten.

Wenn Sie mich das früher gefragt hätten, etwa zu College-Zeiten, hätte ich die Frage entschieden verneint. Inzwischen denke ich, dass es an der Zeit ist, dass wir uns das F-Wort zurückholen - zumindest wenn damit die Chancengleichheit für Männer und Frauen gemeint ist.

Profil

Die Managerin
Sheryl Sandberg ist seit fünf Jahren Chief Operating Officer von Facebook und kümmert sich als rechte Hand von Gründer Mark Zuckerberg um das Tagesgeschäft des sozialen Netzwerks. Das amerikanische Magazin "Forbes" zählt die 43-Jährige zu den zehn mächtigsten Frauen der Welt. Nach ihrem Studium in Harvard und Stationen bei der Weltbank, McKinsey und im US-Finanzministerium stieg sie 2001 bei dem damals noch jungen Unternehmen Google ein. Sandberg ist mit dem Internetunternehmer David Goldberg verheiratet (SurveyMonkey), mit dem sie zwei Kinder hat.

Das Unternehmen
Im Jahr 2004 gründete eine Gruppe von Harvard-Studenten die Internetfirma Facebook, auf deren Seite Menschen kostenlos Informationen teilen und miteinander in Kontakt treten können. Heute zählt das soziale Netzwerk allein in Deutschland mehr als 25 Millionen Nutzer, weltweit sind es rund eine Milliarde. Der Umsatz betrug 2012 über fünf Milliarden Dollar. Im Mai 2012 ging das Unternehmen mit großem Tamtam an die Börse. Der Aktienkurs von rund 38 Dollar fiel zunächst rasant, fing sich jedoch wieder und pendelte sich Anfang 2013 bei knapp 30 Dollar ein.

Wen wollen Sie mit Ihrem Buch ansprechen?

Das Buch ist für Frauen, die lernen wollen, an jedem Tisch zu sitzen, der ihnen gefällt. Aber es ist auch für Männer, die für mehr Gerechtigkeit sorgen wollen. Wenn es uns wirklich gelänge, die Welt zu einem gerechteren Ort zu machen, an dem die Frage, was wir aus unserem Leben machen wollen, nicht von unserem Geschlecht, sondern von unseren Leidenschaften und Interessen abhängt, würden unsere Unternehmen produktiver und das Privatleben vieler Menschen ausgeglichener und auch glücklicher werden - davon bin ich überzeugt.

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Sie sprechen in Ihrem Buch davon, dass man die Funken der Revolution wieder entzünden müsse. Wie soll das gelingen?

Frauen machen auf allen Ebenen große Fortschritte - abgesehen von den Führungsetagen. Bereits vor 30 Jahren waren 50 Prozent aller College-Absolventen weiblich, doch in den Unternehmensspitzen hat sich wenig getan. Im vergangenen Jahrzehnt waren gerade mal 14 Prozent aller amerikanischen Konzernspitzen mit einer Frau besetzt, ebenso wie nur 17 Prozent aller Board-Mitglieder weiblich waren. Es sitzen einfach zu wenige Frauen an den Tischen, an denen Entscheidungen gefällt werden. Mit meinem Aufruf zur Revolution möchte ich uns allen die Augen für diese Tatsachen öffnen. Und ich möchte Frauen dazu ermutigen, sich mehr zuzutrauen, und Unternehmen dazu bringen, endlich zu erkennen, dass ein höherer Frauenanteil die Arbeitswelt besser macht.

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