Antonia Götsch

Newsletter Lead Forward Was tun Sie, wenn alles schiefgeht?

Unter Druck reagieren wir oft hektisch – und versuchen, die Kontrolle an uns zu reißen. Wir tun das, wozu uns unsere Urinstinkte antreiben – und machen das Problem damit meist schlimmer.

Ich fürchte, einige von Ihnen waren letzte Woche live dabei, als mitten im Live-Webinar so ziemlich alles schiefging, was schiefgehen kann. Und das vor 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Erst wurde meine Präsentation nicht eingeblendet, dann fror mein Bild ein und die Verbindung stotterte – bis ich komplett offline war. Ich bekam erst von den Problemen mit als eine Kollegin wild vor der Tür winkte und schließlich in den Raum stürzte.

Ich atmete tief durch - und übergab meinen Teil der Moderation an meinen Gast, die sofort souverän die Führung übernahm. Christine Moscho, eingeladen als Coach, kündigte sich selbst und den Rahmen des Events souverän an. Ich schnaufte einmal durch und wählte mich neu ein.

Nach der Veranstaltung bei einem Bier dachte ich, dass sich eine Regel für mich bestätigt hat: Wenn wir auf wackeligen Untergrund geraten, ist es oft ist es das Beste, loszulassen, ruhig zu bleiben und auf Hilfe zu vertrauen.

Früher reagierte ich unter Druck oft hektisch – und versuchte, die Kontrolle an mich zu reißen. In einem Onlinekurs lernte ich für dieses typische Muster eine gute Metapher kennen: Stellen Sie sich vor, Sie würden auf Treibsand stehen. Vermutlich würden Sie kämpfen und strampeln, um herauszukommen – das sagt uns unser Instinkt. Aber durch die Strampel-Strategie geraten Sie nur tiefer und tiefer in den Sand, bis Sie versinken.

Was Sie stattdessen tun sollten? Sich ruhig hinlegen und die Arme und Beine ausbreiten, um Ihr Gewicht optimal zu verteilen. Sie müssten umsetzen, was Sie irgendwann mal im Physikunterricht gelernt haben – und nicht das, wozu Ihre Urinstinkte Sie antreiben.

Auf meinem Rechner klebt ein kleiner Reminder: "Atmen nicht vergessen." Tatsächlich hilft mir in Stresssituationen oft genau das. Ich besinne mich darauf, zu atmen. Wenn es etwas schlimmer kommt als im Webinar, gehe ich an die frische Luft. Die eigenen Sinne einmal durchzuspielen, kann einen sofort runterbringen. Was höre ich, was rieche ich, was spüre ich? Ist die Luft kalt oder warm? Fährt ein Auto vorbei?

Klingt vielleicht esoterisch. Doch genau diese kleinen Interventionen bringen mich oft zurück in einen Lösungsmodus.

Was hilft Ihnen in Stressmomenten mit klarem Kopf zu handeln?

PS: Bis zum 1. Oktober können Sie sich noch anmelden für den Onlinekurs "Teams in Bestform - erfolgreich und modern führen" von Christine Moscho und meinen Kollegen von manage forward. Alle Details zu den acht Kursmodulen und Lerninhalten finden Sie hier.