Antonia Götsch

Lead Forward Haben Sie schon mal Konfetti verschickt?

Schon kleine Ideen können dafür sorgen, dass wir mit Vorfreude und Zuversicht einen neuen Job beginnen. Dafür müssen wir nicht mehr investieren als etwas Zeit und 85 Cent für die Briefmarke.

Neulich bekam mein Sohn Post. Aus dem Umschlag rieselte Konfetti. In dem beiliegenden Brief eine Nachricht seiner künftigen Lehrerin Janne. Mit herzlichen und klug gewählten Worten stimmte sie ihn auf seine kommende Einschulung und sein erstes Schuljahr ein.

Ich gehe davon aus, dass der Brief von der Schule für die Schüler aller Klassen formuliert und von den Lehrern unterschrieben wird. Er ist also in gewisser Form standardisiert. Dennoch verfehlte er seine Wirkung nicht. Mein Sohn – und auch wir als Eltern - fühlten uns willkommen und in unserer Vorfreude bestärkt. Am Tag der Einschulung werden wir mit einem guten Gefühl in die Schule gehen. Eine kleine Idee mit großer Wirkung.

Ich klebte mir ein Post-it in meinen Kalender. "Onboarding-Brief?". Bei uns im Unternehmen gibt es Blumen am ersten Tag (wenn unsere Assistentin nicht gerade im Urlaub ist). Aber eigentlich könnten wir unser Onboarding noch enorm verbessern. Das beginnt mit kleinen Ideen zu Begrüßung. Meine Kollegin Kerstin, die die Innovationsabteilung leitet, schickte einer neuen Kollegin mal einen Pulli mit dem Teamlogo ins Homeoffice. Das fand ich eine großartige Idee, vor allem weil in der Corona-Zeit das Zwischenmenschliche so kurz kam.

Beziehungen schaffen ist auch Chefinnensache

Neben einer herzlichen Aufnahme brauchen neue Teammitglieder aber natürlich auch Informationen zu ihren Aufgaben, zu den Programmen, die wir im Team nutzen, und zu Ansprechpartnern, die für sie wichtig sind. Unsere Personalabteilung kümmert sich um eine allgemeine Einführung, unsere Assistentinnen sorgen dafür, dass sie Computer, Passwörter und Arbeitsmaterialien bekommen (und die Chefs im Alltagstrubel nicht vergessen, dass ein neues Teammitglied kommt). Aber ich finde, neuen Kolleginnen und Kollegen einen guten Start zu ermöglichen, ist auch Chefinnensache, für die wir uns Zeit nehmen sollten.

Aus einem Gallup-Bericht geht hervor, dass Mitarbeitende ihre Onboarding-Erfahrung dreimal so häufig als wirklich gut beschreiben, wenn ihre Vorgesetzten eine aktive Rolle in diesem Prozess gespielt hatten (mehr zu diesem Bericht und konkrete Tipps für ein strategisches Onboarding finden Sie in dem neuen Text von Sinazo Sibisi).

Ich klebte mir einen zweites Post-it in den Kalender: "Onboarding-Prozess neu planen." Haben Sie noch Tipps und Ideen, die sich bei Ihnen bewährt haben? Ich bin gespannt.

Lead Forward

Der wöchentliche Newsletter für erfolgreiche Führungskräfte

Antonia Götsch, Chefredakteurin des Harvard Business managers, teilt Wissen aus den besten Managementhochschulen der Welt und ihre eigenen Erfahrungen mit Ihnen. Einmal die Woche direkt in Ihr E-Mail-Postfach. 

Jetzt bestellen

P.S. Dank meiner Kollegin Neria Hotho sind wir jetzt auch auf Instagram vertreten. Vernetzen Sie sich mit uns unter harvard_biz .

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.