Antonia Götsch

Lead Forward Ohne meinen Hund komme ich nicht!

Kollegen wollen nie mehr ins Büro kommen oder ihre Hunde mitbringen. Diese Bedürfnisse sind nachvollziehbar. Doch eine entscheidende Perspektive fehlt: Was brauchen eigentlich die anderen?

"Wenn ich nicht jeden Tag von zu Hause arbeiten kann, kündige ich." "Mein Hund gehört zu mir und ist immer dabei, auch im Büro." Sosehr ich diese Bedürfnisse nachvollziehen kann (ein kleiner Hund kann vielleicht noch gar nicht allein zu Hause bleiben) – es fehlt mir eine ganz entscheidende Perspektive: Was brauchen eigentlich die anderen?

Ich habe für unseren Podcast gerade die Personalexpertin und Headhunterin Constanze Buchheim interviewt (und viele kluge Gedanken mitgenommen). Hören Sie selbst . Ich fragte sie auch, bei welchen Führungskräften und Talenten sie großes Potenzial erkenne. "Ich sehe das daran, wie groß die Perspektive ist, die ein Mensch einnimmt", antwortete Buchheim. "Kann dieser Mensch das Wir denken – und nicht nur sein Ich?"

Um bei einem der Beispiele zu bleiben: Es sei ein großer Unterschied, ob jemand sage: "Mein Hund ist immer dabei!" Oder Fragen stelle wie: "Wäre es möglich, hier einen Hund mitzubringen? Hat hier jemand eine Allergie gegen Tierhaare?"

Eine solche Haltung erfordert verschiedene Ebenen der Selbstreflexion.

  • Damit ich mit anderen in eine echte Beziehung treten kann, muss ich mich selbst verstanden haben. Das ist die Ausgangsbasis. Und ein wichtiger Schritt: Viele Menschen reflektieren gar nicht so genau, was sie selbst brauchen und wollen.

  • Die zweite Stufe zeichnet aus, dass ich reflektiere, was meine Wünsche oder mein Verhalten bei anderen bewirken, zum Beispiel bei meinen Kolleginnen und Kollegen. Das ist der Schritt von: "Ich möchte meinen Hund mitbringen" zu: Wie geht es eigentlich den anderen damit?

  • Die dritte Komponente: Ich verstehe, wie sich mein Verhalten in eine Organisation einbettet, vielleicht sogar in die Gesellschaft.

"New Work wird häufig missverstanden als 'Jetzt bin ich mal dran mit all meinen Bedürfnissen!'", sagt Buchheim. Das wird aber die Zusammenarbeit und Firmenkultur kaum verbessern. Vielmehr sollten wir die Wünsche, Ziele und Bedürfnisse unserer Kolleginnen und Kollegen genauso reflektieren und respektieren wie unsere eigenen.

Das ganze Interview mit Constanze Buchheim lesen Sie hier . Sie hat enorm viele Punkte verknüpft, die mich gerade umtreiben. Der Podcast steht ebenfalls auf unserer Website. Sie finden ihn auch bei Spotify  und Apple .

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