Leitfaden für Führungskräfte Mitarbeitergespräche richtig führen

In vielen Unternehmen stehen sie bald wieder: Jahresgespräche zwischen Teammitgliedern und Führungskräften. So bereiten Sie sich richtig vor.
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Das Jahr beginnt in vielen Unternehmen für Führungskräfte und Teammitglieder mit Mitarbeitergesprächen. Und auch wenn diese Termine in den meisten Fällen regelmäßig anstehen und fast jeder schon mindestens einmal ein Jahresgespräch mitgemacht hat, lohnt eine genaue Vorbereitung - auch für alte Hasen.

Führungskräfte sollte sich vor diesen Gesprächen nochmal in Erinnerung rufen, was eine gute Gesprächsführung ausmacht, wie sie Feedback möglichst gut formulieren und wie sie für einen guten Abschluss des Termins sorgen. Wer grundsätzlich eher Schwierigkeiten hat, die richtigen Fragen zu stellen oder empathisch zu wirken, kann sich mit gezielten Fragen und einem Leitfaden Sicherheit geben.

In vielen Fällen werden die Gespräche nicht persönlich stattfinden, sondern wegen der aktuellen Corona-Situation als Videocall geführt werden. Auch das bedarf einer besonderen Vorbereitung und sorgt vielleicht dafür, dass Gespräche anders verlaufen als gewohnt.

Folgende Punkte können Ihnen als Führungskraft dabei helfen, ein gutes Mitarbeitergespräch zu führen:

Feedback geben

Feedback ist wichtig, scheitert aber häufig sowohl am Sender als auch am Empfänger. Wer versucht zu erkennen, welche Rückmeldungen zutreffend sind, kann lernen, auch mit scheinbar harter Kritik besser umzugehen.

Führungskräfte müssen ihren Teammitgliedern dabei helfen, ihre Stärken zu erkennen, und ihnen dies anhand hervorragender Leistungen vor Augen führen. Die Beschreibung sollten mit persönlichen Eindrücken, Gefühlen und Erfahrungen veranschaulicht werden.

Die US-Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte hat Jahresgespräche und 360-Grad-Feedback abgeschafft. Das neue System zur Beurteilung von Mitarbeitern soll einfacher und gerechter sein, wie in diesem Erfahrungsbericht  nachzulesen ist.

Fragen stellen

Zuhören ist eine der wichtigsten Fähigkeiten von Chefinnen und Chefs. Nur wer andere reden lässt, erfährt, was seine Mitarbeiter bewegt und begeistert. Der erste Schritt, ein besserer Fragesteller zu werden, besteht ganz einfach darin, mehr Fragen zu stellen. Aber natürlich ist die schiere Anzahl nicht der einzige Faktor, der die Qualität eines Gesprächs bestimmt. Auch Frageform, Tonfall, Reihenfolge und Kontext spielen eine Rolle.

Mit den folgenden Fragen können Sie verborgene Stärken entdecken, erkennen, an welchen Punkten Frust und Demotivation entsteht, Lösungen entwickeln und Mitarbeiter, die eine Aufgabe bislang nicht erfüllen, ins Handeln bringen.

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Gesprächsführung

Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern, nicht zu ihnen! Erfolgreiche Manager kommunizieren mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mehr von oben nach unten, sondern auf Augenhöhe. Das stärkt Engagement, Bindung und letztlich die Kreativität im Unternehmen.

Auch die Mimik und Gestik spielt bei der Gesprächsführung eine wichtige Rolle. Chefs und Chefinnen, die über ihre Körpersprache Verständnis und Mitgefühl signalisieren, mildern die Wucht der negativen Emotionen bei ihren Mitarbeitern ab und erarbeiten sich gleichsam Respekt.

Virtuelle Gespräche führen

Das Arbeiten in den eigenen vier Wänden kann die Energie steigern, es kann aber auch Isolation erzeugen und die Zusammenarbeit erschweren. Ebenso kann das Arbeiten nach einem synchronen Zeitplan die Koordination mit anderen verbessern, aber auch ständige Diskussionen und Unterbrechungen fördern, die die Konzentration stören.

Vorgesetzte sollten daher auch in diesem Jahr mit ihren Mitarbeitern über die Herausforderungen und Probleme des virtuellen Arbeitens sprechen.