Antonia Götsch

Lead Forward Mein Sommergefühl: Weniger labern, mehr machen

Wenn andere am Meer entspannen, freue ich mich aufs Büro. Denn Arbeiten im Sommer hat viele Vorteile.

Ich liebe es im Sommer zu arbeiten. Die Stadt ist leer, etliche Kolleginnen und Kollegen im Urlaub und ich bekomme meist richtig viel erledigt. Vergangene Woche konnte ich sogar auf meiner Datsche in Brandenburg arbeiten – und zur Mittagspause in den See springen. Was für ein Luxus.

Nun sitze ich wieder im Büro und überlege, wie ich möglichst viel von diesem Arbeitsmodus erhalten kann. Damit meine ich nicht, dauerhaft im Wald zu arbeiten, sondern vor allem das Gefühl, gelassener und effizienter durch meinen Alltag zu gehen. Was unterscheidet die Sommerarbeit eigentlich vom restlichen Jahr?

Mit dem Rad zur Arbeit kommen, sagte ein Kollege. Eiskaffee und freitags früher Schluss machen, eine andere Kollegin. "Weniger labern, mehr machen", fasste der Dritte zusammen, als ich das Thema mit meinen gebräunten und urlaubsentspannten Büronachbarn auf dem Gang diskutierte. Es stimmt. Die letzten Wochen waren geprägt durch weniger Meetings, weniger externe Termine und weniger E-Mails. Ich hatte mehr Zeit, mich auf die Kommunikation mit meinem Team zu fokussieren, Aufgaben konzentriert zu erledigen und Entscheidungen zu treffen.

Neben dem Impuls, meinen Kalender gut zu strukturieren und Fokuszeiten einzuplanen, nehme ich Folgendes mit:

  1. Es macht mich sehr zufrieden, Aufgaben abzuhaken, die ich ewig vor mir herschiebe. Früher habe ich zwischen Weihnachten und Neujahr immer mein Büro und Postfach entrümpelt. Dieses Jahr haben wir mit dem Team im Sommer auf- und umgeräumt, ein guter Start fürs zweite Halbjahr.

  1. In den vergangenen Wochen waren einige meiner Führungskolleginnen und -kollegen im Urlaub. Wir haben uns vorher kurz abgestimmt und sie haben mir aufgetragen, bestimmte Projekte voranzutreiben und Entscheidungen zu treffen. Sie vertrauten darauf, dass ich auch in ihrem Sinne handeln würde. Was hält uns eigentlich davon ab, dies auch in den kommenden Monaten zu tun? Wer Aufgaben klar verteilt, braucht weniger Termine, um sich abzustimmen. Diesen Gedanken werde ich auf jeden Fall mitnehmen in die nächste Leitungsrunde. Denn einerseits tut es gut, Aufgaben wirklich loszulassen. Anderseits kommt die Person, die übernimmt, schnell voran und bringt Aufgaben zügig zum Abschluss. Ein Aspekt, der jedenfalls meine Zufriedenheit sofort erhöht.

Wie ist das bei Ihnen: Arbeiten Sie gerne im Sommer oder sind Sie genervt, wenn Sie am Schreibtisch sitzen, während andere Urlaub machen?

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