Antonia Götsch

Newsletter Lead Forward Warum mache ich das eigentlich alles?

Wenn die Woche wieder mal wieder nur aus Terminen und Stress besteht, hilft es, sich die positiven Momente in Erinnerung zu rufen. Meistens sind das Begegnungen mit Menschen.

Warum mache ich den ganzen *** eigentlich? Obwohl ich eigentlich finde, einen Traumjob zu haben, gehe ich manchmal mütend aus der Woche (diese Wortneuschöpfung aus "müde” und "wütend” ist einfach zu treffend, als dass sie mit zurückgehenden Infektionszahlen wieder verschwinden sollte).

Mütend, weil ich Ressourcen-Engpässe nicht lösen kann, in Diskussionen feststecke oder die dicht gedrängten 30-Minuten-Slots in meinem Kalender sich allein um Problemlösungen, Kickoffs und Prozesse drehen. Ich fühle mich wie ein Kopffüßler, dem etliche Körperteile abhandengekommen sind. Meinem Problemlöser-Dasein fehlen die Gegen- und Mitspieler: Kreativität, schlechte Witze, Brainstorming, Tratsch.

Ich weiß, vielen von Ihnen geht es genauso. Sie erinnern sich vielleicht an meinen Aufruf, mir zu schreiben, wer oder was Ihren Tag verschönert hat. Fast immer hatten diese Geschichten damit zu tun, sich zu begegnen und einen Moment seiner Aufmerksamkeit zu verschenken oder geschenkt zu bekommen.

  • "Ich muss dir unbedingt sagen, wie schön deine Stimme ist", hörte Hochschulmitarbeiterin Cornelia Kellermann als Feedback bei einem Seminar. Ein Kompliment, das sie durch den Tag trug.

  • "Die Zusammenarbeit und der Austausch mit meinem Mentee", schrieb Arion-CEO Markus Hupach.

  • Geschäftsführerin und Psychologin Amina Özelsel berichtete von einer Impfaktion, die ihre Kollegen des Unternehmens hanza seit vielen Monaten beharrlich durchführen. "In der Zeit, wenn auf die Impfung gewartet wird, oder in den 15 Minuten nach der Impfung, wird unheimlich viel gelacht. Dieses Lachen erfüllt dann unseren Gang und dringt bis in mein Büro vor."

Gemeinschaft spüren - für mich ist das ein Gedanke, den ich mitnehme aus Ihren Rückmeldungen. ZUSAMMENarbeit oder ZusammenARBEIT? Dieser feine Unterschied wird darüber entscheiden, ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich verbunden fühlen oder mit drei Klicks und einem Videointerview beim nächsten Arbeitgeber anheuern. Unser Job wird es zunehmend sein, die Balance zwischen Kopf und Bauch wieder herzustellen und Menschen dabei zu unterstützen.

Zweitens: Warum tun wir eigentlich, was wir tun? Vielleicht ahnen oder kennen Sie die Antwort, vielleicht hören Sie aber auch gerade nur: "Ich muss die Präsentation abschicken, ich muss die E-Mails beantworten, ich muss in den nächsten Call."

Ich habe eine weitere Nachricht erhalten, die mich wirklich berührt hat. "Seit circa anderthalb Jahren bin ich Ihr Leser", schrieb eine Führungskraft. "Durch einen inspirierenden Chef, aber auch durch die vielen Artikel, Newsletter, Podcasts und Seminare habe ich das erste Mal seit meinem ersten Tag als Führungskraft das Gefühl, mich auf die Führungspersönlichkeit zuzubewegen, die ich mir wünsche zu sein."

Ich habe dieses Feedback nicht nur mit meinen Kollegen geteilt, sondern auch in einem besonderen Ordner abgespeichert - als kleine Gedankenstütze. Für Momente, in denen ich mich mal wieder frage: Warum mache ich den ganzen ****** eigentlich? Genau deshalb!

Vielen Dank für all die Momente, die Sie mit mir geteilt haben. Vielen Dank, dass Sie hier jede Woche dabei sind.