Antonia Götsch

Newsletter Lead Forward Was kann ich tun, um für mein Team da zu sein?

Das Letzte, was Menschen gerade brauchen, ist noch mehr Druck. Umso wichtiger ist die Rolle, die Führungskräfte spielen. Schaffen Sie Orientierung, Vertrauen und psychologische Sicherheit.

"Ist Teamführung gerade überhaupt noch ein Thema", fragte mich mein Kollege Lukas vergangene Woche. Seit Wochen bereitet er zwei kostenlose Webinare für Führungskräfte vor. Als er mit der Planung begann, dachte er an Themen wie die Rückkehr ins Büro, an hybride Zusammenarbeit, erfolgreiche Meetings – und nicht an einen Krieg in Europa.

Gemeinsam kamen wir zu dem Schluss, das Vorhaben durchzuziehen. Denn: Gerade Krisen bieten wenig Spielraum für schlechte Führung. Ich spüre in vielen Gesprächen, wie dünnhäutig viele Kolleginnen und Kollegen sind, wie wenig Kraftreserven übrig sind nach zwei Jahren Pandemie. Das Letzte, was Menschen gerade brauchen, ist noch mehr Druck von oben oder Chaos, weil sich der Chef nicht organisieren kann.

Blick nach innen richten

Ich erlebe gerade jeden Tag Situationen, die Sensibilität erfordern. Möchte der Kollege, dessen Familie teils in der Ukraine lebt, über den Krieg sprechen – oder braucht er die Arbeit als Raum, um abzuschalten? Wie können wir das Teamtreffen stärkend und angemessen gestalten, mit dem wir die Rückkehr ins Büro feiern wollten? Bei welchem Teammitglied kommen Ängste auf, die schnelle Unterstützung erfordern?

"Sie können nicht gewährleisten, dass sich andere Menschen sicher fühlen. Das Einzige, was Sie kontrollieren können, ist Ihr eigenes Verhalten", sagte Amy Edmondson, Professorin an der Harvard Business School, in einem Interview  vor rund einem Jahr. An diesen Satz musste ich nun wieder denken.

Gerade, wenn die äußeren Umstände an die Substanz gehen, sind Orientierung, Vertrauen und psychologische Sicherheit entscheidend, um als Team nicht nur zu funktionieren, sondern einander zu stützen. In meinem Postfach bleiben Mails von außen deshalb gerade etwas länger liegen (ich entschuldige mich hier schon mal, falls Sie auf eine Antwort warten). Ich verschiebe Vorträge oder Interviews. Stattdessen versuche ich meinen Fokus nach innen zu lenken und einfach da zu sein. Anrufen, hinhören, eine simple Frage zu stellen: "Wie geht es Dir?".

Bereits nächste Woche sprechen Lukas Schürmann und Coach Christine Moscho darüber, wie Sie mit konkreten Schritten psychologische Sicherheit schaffen und die Balance halten zwischen Zuhören und Zielvorgaben. Die Live-Sessions finden am Dienstag, 22. März, um 18.30 Uhr statt und Donnerstag, 24. März, um 14:00 Uhr. Hier können Sie sich kostenfrei anmelden.