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Der beste Rat, den ich je bekommen habe "Halte deine Wolke sauber!"

Nehmen Chefinnen und Chefs selbst Ratschläge an? Und was macht einen guten Rat eigentlich aus? Wir haben uns in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft umgehört. Architekt Hadi Teherani über die Kraft positiver Gedanken.
aus Harvard Business manager Spezial 1/2022
Foto:

Wehnert; Matthias / action press

Eine alte Weisheit meiner iranischen Heimat lautet übersetzt: Halte deine Wolke sauber! Das versuche ich jeden Tag umzusetzen – wie einen guten Rat.

Der Begriff der Wolke bezeichnet hier zunächst die Aura eines Menschen. Alles, was man denkt und fühlt, sammelt sich in dieser persönlichen Cloud. Es kommt daher darauf an, die eigene Cloud in Schuss zu halten, frei von negativen Einflüssen.

Meine Erfahrung: Wenn man etwas wirklich will und sich seinen Weg nicht durch negative Gedanken verbaut, wird man seine Ziele erreichen, auch wenn es vielleicht mehr als einen Anlauf braucht.

Selbstverständlich gibt es Rückschläge, etwa wenn ein Entwurf, in den das Team unseres Architektur- und Designbüros viel Arbeit gesteckt hat, nicht zur Realisierung ausgewählt wird. Wenn man sich die Begründungen für die Ablehnung genauer ansieht, ahnt man natürlich: Ein anderer Entwurf war besser, der eigene Vorschlag passte nicht in das Anforderungsprofil oder zu den konkreten Erwartungen des Auftraggebers. Aus diesen Absagen kann man seine Lehren ziehen, von denen man bei künftigen Aufgaben und Herausforderungen profitiert. So hat man in der Bilanz auch aus Ablehnungen mehr gewonnen als verloren.

Generell fällt es leichter, die Empfehlung für eine smarte, saubere Cloud einzuhalten, wenn in der Umgebung entsprechende Bedingungen herrschen. Unseren Beschäftigten versuche ich daher stets das optimale Arbeitsumfeld zu bieten, möglichst viel Licht, Luft, Sonnenschein, alles, was sie bewusst oder unbewusst positiv beeinflusst. So entsteht ein Fluidum aus positiven Gedanken und Zielen, eine Atmosphäre, die auch unsere Auftraggeber sofort wahrnehmen, wenn sie uns besuchen.

Derzeit haben wir unsere Büros im Lofthaus-Gebäude am alten Fischereihafen in Hamburg, das wir in den Nullerjahren konstruiert haben. Von dort reicht unser Ausblick auf die Elbe, die Kais der großen Schiffe und auf unser jüngeres Dockland-Gebäude. Dessen schräg gestellte Silhouette erinnert an ein Schiff und wird deshalb von vielen Hamburg-Besuchern als besonders stimmig für diesen Ort empfunden.

Noch heute sehe ich immer wieder Menschen, die von dort den Sonnenuntergang fotografieren. Dann freue ich mich daran, in welch schöner Kulisse und stimmiger Atmosphäre wir arbeiten dürfen. Beste Bedingungen für unsere erfolgreiche Cloud! © HBm 2022

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Dieser Artikel erschien im Spezial 2022 des Harvard Business managers.

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