Antonia Götsch

Newsletter Lead Forward Wie viele Tonarten beherrschen Sie?

"Ich habe meinen Stil. Wem das nicht passt, der kann ja gehen." Diese Haltung, die viele Manager an den Tag legen, ist vermessen. Stellen Sie sich mal eine Musikerin vor, die sagt: Die leisen Töne kann ich nicht.

Stellen Sie sich einen Musiker vor, der sagt: "Ich habe ein Talent für die lauten Töne, alles andere liegt mir nicht." Soll dieser Musiker sein Leben lang nur Wagners "Walkürenritt" spielen – und sich abmelden, wenn sein Orchester "Eine kleine Nachtmusik" von Mozart auf die Bühne bringt?

Ich habe viele Führungskräfte  getroffen, die sich mit einer Tonart zufriedengeben. Nach dem Motto: "Ich habe meinen Stil. Wem das nicht passt, der kann ja gehen." Ein Virtuose beherrscht jedoch die ganze Bandbreite, das gilt für Musiker und Managerinnen gleichermaßen.

Heimlich ins Führungsseminar

Führungskräfte müssen sich auf verschiedene Situationen und Menschen einstellen. Wenn sie befördert werden, übernehmen sie einen neuen Job, eine neue Rolle, die ganz neue Kompetenzen erfordert. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Aber ich habe diese Kompetenzen in der Schule und im Studium nicht gelernt.

Früher - und das ist gar nicht lange her - besuchten Führungskräfte oft heimlich und verschämt Seminare. Manche musste man regelrecht dazu verdonnern, an einer Weiterbildung teilzunehmen. Andere wollten sich nur unter vier Augen coachen lassen. Ich erinnere mich an die, die im Seminar neben mir saßen und so taten, als ob sie das alles nichts anginge. Oder an die Unentbehrlichen, die ständig nebenbei telefonierten – als wäre es eine Auszeichnung, sich mit besonders vielen operativen Details zu beschäftigen.

Jeder Profi trainiert

Ich beobachte gerade, dass sich das ändert und Lernen immer stärker Teil einer professionellen Haltung wird. Führungskräfte sprechen darüber, welche Weiterbildung sie gut fanden und empfehlen würden. Ich selbst nehme gerade an einem einjährigen Programm teil und beschäftige mich mit Innovation, Strategie und Leadership. Ganz ehrlich: Ich selbst würde keine Führungskraft einstellen, die sich seit Jahren nicht mehr fortgebildet hat.

Wie vermessen wäre es zu glauben, dass wir in unserer Führungsrolle nicht trainieren müssen? Eine Geigerin übt ja auch mehrere Stunden jeden Tag, selbst wenn sie am Abend kein Konzert hat.

Wie erweitern Sie Ihr Führungs-Repertoire und welche Fortbildung würden Sie sofort weiterempfehlen?

Ich würde Ihnen gerne den kostenlosen E-Mail-Kurs zum Thema Ziele erreichen empfehlen, falls Sie diesen nicht schon absolviert haben. Zudem ist diese Woche unsere diesjährige HBm-Spezial-Ausgabe "Führen wie ein Coach" erschienen. Sie soll – so unsere Idee – wie ein Training oder Werkzeugkoffer sein. Sie enthält  Harvard-Klassiker, die so gut sind, dass sie über Jahre nichts an Bedeutung verloren haben. Sowie Tipps zu neuen Anforderungen wie hybrides Arbeiten.

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