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Führungseigenschaften Frauen im Vorteil

Die wichtigste Eigenschaft von Führungskräften beherrschen Frauen doppelt so gut wie Männer. Sie strahlen eher Weisheit und Mitgefühl aus.
aus Harvard Business manager 7/2022
Zum Sieg coachen: Bei zwei wichtigen Kennzahlen für Führungskräfte schnitten Frauen in einer weltweiten Studie deutlich besser ab.

Zum Sieg coachen: Bei zwei wichtigen Kennzahlen für Führungskräfte schnitten Frauen in einer weltweiten Studie deutlich besser ab.

Foto:

Joos Mind / Getty Images

„Weisheit“ und „Mitgefühl“ – das sollen die zwei wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft sein? Ja, sagen Rasmus Hougaard, Jacqueline Carter und Marissa Afton vom weltweit tätigen Beratungs- und Forschungsunternehmen Potential Project.

Weisheit, also der Mut, zu tun, was getan werden muss, auch wenn es schwierig ist, und Mitgefühl, also Zuwendung und Empathie für andere Menschen: Wer über diese beiden Eigenschaften verfüge, schneide bei wichtigen Kennzahlen wie Jobzufriedenheit der Mitarbeitenden deutlich besser ab als vergleichbare Chefinnen und Chefs. Herausgefunden haben Hougaard und seine Kolleginnen das in einer Analyse  von rund 5000 Unternehmen in fast 100 Ländern.

„Wir wollten wissen, wie Führungskräfte die Dinge erledigen, die ihre Topjobs erfordern, und gleichzeitig gute Menschen bleiben“, schreiben sie. Dazu werteten sie die Daten auch nach dem Geschlecht der Führenden und Geführten aus – mit sehr klarem Ergebnis: 55 Prozent der Frauen wurden von ihren Mitarbeitenden als „weise“ und „mitfühlend“ beschrieben, verglichen mit nur 27 Prozent der Männer.

Die Fähigkeit, „schwierige Dinge menschlich zu lösen“, habe sich dabei als wichtigste Aufgabe von Führungskräften herauskristallisiert. Und offenbar beherrschen doppelt so viele weibliche wie männliche Führungskräfte diesen Balanceakt.

Über verschiedene Kennzahlen hinweg – darunter berufliches Engagement und berufliche Leistung – gab es die schlechtesten Ergebnisse, wenn Männer für Männer arbeiteten. Am besten hingegen lief es, wenn eine Frau die Chefin war – egal ob mit weiblichen oder männlichen Mitarbeitenden. „Angesichts solcher Daten sollten wir infrage stellen, wer einen Führungsjob besetzt und wie wir Führungskräfte entwickeln“, fordert das Forschungsteam.

Der Einsatz ungeeigneter Manager erzeuge hohe Kosten: Da sich die Mitarbeitenden von Frauen stärker in ihrem Job engagierten als die Mitarbeitenden männlicher Führungskräfte, sparten Managerinnen ihrem Unternehmen im Vergleich 1,43 Millionen Dollar pro 1000 Mitarbeitende und Jahr (bei einem angenommenen Gehalt von 60.000 Dollar). Dazu kommen Einsparungen in Höhe von 30.000 bis 120.000 Dollar pro Kopf, weil weniger frustrierte Beschäftigte kündigen und ersetzt werden müssen.

Ausgabe Juli 2022

Ist es Liebe oder ein Job?

Weder Geld noch ein schickes Büro wirken so motivierend wie dieser eine Faktor: Freude bei der Arbeit

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