Lead Forward Wir müssen reden

Heute schreibt hier wieder eine Gastautorin aus der Community. Stefanie von Carlsburg leitet die Unternehmenskommunikation der Hamburger Sparkasse. Im Newsletter teilt sie ihre Erfahrung, welche Kommunikationsmethode sich für sie besonders bewährt hat.

Vor ungefähr einem Jahr habe ich jedem in meinem Team eine Einladung zum "Performance Dialog" in den Kalender gestellt. Bei etlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kam Nervosität auf. Werde ich jetzt geprüft? Was bedeutet dieser Termin für mich? Rückblickend war das vielleicht nicht unbedingt die beste Kommunikation meinerseits - aber mittlerweile sind wir alle große Fans des Formats.

Die anfängliche Nervosität konnte ich zum Glück schnell ausräumen. Ich erklärte, dass ich den Begriff selbst gar nicht so sehr mag. Und mich anstatt auf den "Performance"-Teil lieber auf den "Dialog" konzentrieren möchte. Denn dieses Tool ist genau das: ein Dialog zwischen Menschen, die besser zusammenarbeiten und voneinander lernen möchten.

Den Performance Dialog hat uns das Transformationsmanagement der Sparkasse an die Hand gegeben. Dabei nimmt sich die Führungskraft alle sechs bis acht Wochen jeweils eine Stunde für jeden Mitarbeiter Zeit und spricht einfach mal über alles – über fachliche Herausforderungen, gemeinsame Ziele und über Privates.

Es mag wie eine Kleinigkeit erscheinen. Aber unser Vertrauensverhältnis im Team hat sich durch die Dialoge spürbar verändert. Früher konnte ich manchmal nicht so gut nachvollziehen, wenn eine Aufgabe anders gelöst wurde, als ich mir es vorgestellt hatte. Doch in den Gesprächen erkannte ich, wie unterschiedlich Mitarbeiter Aufgaben verstehen und Lösungen angehen können. Auch mit hoher Belastung und starken Emotionen können wir besser umgehen, wenn wir darüber sprechen und wissen, welche Glaubenssätze und Werte uns leiten.

Auch mein Chef führt mit mir jetzt regelmäßig einen Performance Dialog. Auf einmal haben wir Zeit, Themen zu besprechen, die zuvor immer untergegangen sind. Natürlich haben wir die Zeit nicht zusätzlich geschenkt bekommen. Aber wir nehmen sie uns nun bewusst, um mehr miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das ist am Ende das Wichtigste: Ob das Format Perfomance Dialog heißt oder gar keinen Namen hat – es geht darum, sich Zeit zu reservieren und einander zuzuhören.

Aufgezeichnet von Jasmin Richter

PS: Haben Sie auch einen Tipp oder eine Erfahrung, die anderen Führungskräften und Talenten helfen könnte? Schreiben Sie mir drei Zeilen zu Ihrer Idee, wenn Sie Lust haben, einmal als Gastautorin oder Gastautor meinen Newsletter für eine Ausgabe zu übernehmen. Wir werden das Gastformat jetzt in regelmäßigen Abständen veröffentlichen.

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