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Diversity "Täglich viele kleine Aggressionen"

Unsere Sprache hinkt dem gesellschaftlichen Wandel hinterher, sagt Diversity-Expertin Veronika Hucke. Ihr Appell an Führungskräfte: Ändern Sie Ihre Sprache, gestalten Sie sie fair. Es lohnt sich.
Das Interview führte Christina Kestel
aus Harvard Business manager 1/2021
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PR

Harvard Business manager: Die Gruppe, die sich dafür einsetzt, Sprache diskriminierungsfrei zu gestalten, ist bislang überschaubar. Es sind vor allem Diskriminierte sowie Expertinnen und Experten. Sind wir zu faul, Differenzierungen zu machen?

Veronika Hucke: Die eigene Sprache zu verändern ist mühsam. Wenn jemand das Gefühl hat, es gibt kein Problem, macht er oder sie sich nicht die Mühe. Nicht mal beim Verein Deutsche Sprache sieht man es als notwendig an, Sprache gendergerecht zu gestalten. Das ist kaum zu fassen. Dabei geschieht Sprachwandel doch ständig – denken wir mal an den verschwundenen Genitiv oder die vielen Anglizismen. Es ist wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Sprache Menschen ausschließen kann und dass es Konsequenzen hat. Wer sich nicht einbezogen fühlt, engagiert sich tendenziell weniger.

Wo liegt das Problem, wenn wir etwa nur die männliche Form benutzen?

"Frauen sind mitgemeint" funktioniert nicht. Wenn wir nur die männliche Form nutzen, stellen wir uns nur Männer in einer Funktion vor. Das unterstützt ein falsches Weltbild. In der Archäologie wurde beispielsweise jahrhundertelang gedacht, Mächtige seien ausschließlich Männer. Erst durch DNA-Analysen ist aufgefallen, dass es auch Kriegsherrinnen gab.

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Wer sich für faire Sprache einsetzt, wird in der Regel sofort angegriffen. Warum ist das so?

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