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Diversity Verbündet euch!

Es sind vor allem Weiße Männer, die den Ton in Unternehmen angeben. Das ist nicht nur ungerecht, es verhindert auch, Potenziale auszuschöpfen. Die Lösung: Mitglieder der Elite werden zu engagierten Mitstreitern. Davon profitieren alle – auch sie selbst.
aus Harvard Business manager 1/2021

ILLUSTRATION: CECILIA CASTELLI

In den USA und vielen anderen Teilen der Welt fangen wir endlich an, über ein Thema zu sprechen, das lange Zeit tabu war: die privilegierte Stellung Weißer Männer (weitere Hinweise zur Schreibweise im Kasten "Sensible Sprache"). Die #MeToo-Bewegung und die #BlackLivesMatter-Initiative sowie die systematischen Ungleichheiten, die die Corona-Pandemie offenbart hat, sind Signale für Menschen in Machtpositionen.

Sie zeigen ihnen, dass sie handeln müssen – jedenfalls wenn sie ein faireres Miteinander in Gesellschaft und Unternehmen wollen. Vor allem Weiße Männer, die nach wie vor die Führungsrollen im öffentlichen wie privaten Sektor innehaben, sind gefordert: Es hängt maßgeblich von ihnen ab, ob Institutionen und Unternehmen vielfältiger werden und ob die Inklusion unterrepräsentierter Gruppen gelingt.

Viele Unternehmen haben auf die Enthüllungen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder die brutalen Übergriffe auf Schwarze mit gut gemeinten Presseerklärungen und Statements reagiert, die ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit unterstreichen. Einige versprachen, Aktivistengruppen mit ansehnlichen Spenden zu versorgen, Rechtshilfefonds zu unterstützen, pro bono zu arbeiten oder Diversity-Arbeitskreise und Vortragsreihen ins Leben zu rufen. Leider mangelt es vielen dieser Bestrebungen an ergebnisorientierten Plänen und konkreten Zielsetzungen.

Sensible Sprache

Viele Formulierungen in unserer Alltagssprache werden aufgrund ihrer Historie oder negativen Verwendung als diskriminierend empfunden. In diesem Artikel zeigen wir Alternativen.

Schwarz und Weiss Wenn es um Rassismus und unterschiedliche Erfahrungen geht, bevorzugen viele Betroffene den Begriff Schwarz – großgeschrieben, um zu verdeutlichen, dass es sich um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt. Analog wird Weiß groß- oder kursiv geschrieben. Farbig ist eine Zuschreibung aus der Kolonialgeschichte und negativ belegt.

People of Color ist eine international genutzte Selbstbezeichnung von Menschen mit Rassismuserfahrung. Varianten: Person(en) oder Menschen of Color. Der Begriff Black People of Color (BPoC) schließt Schwarze ausdrücklich ein.

Quellen: Glossare von Amnesty International ; Neue Deutsche Medienmacher 

Viel zu lange schon halten Führungskräfte der dominierenden Gruppen den Status quo aufrecht, der nicht zuletzt ihre eigene Position stützt. Sie bewerkstelligen dies, indem sie Bemühungen um Vielfalt und Chancengleichheit an die Personalabteilung delegieren, anstatt ihren Einfluss dafür zu nutzen, echten Wandel einzuleiten. In gewisser Hinsicht ist das sogar nachvollziehbar: Wie die Untersuchungen von Co-Autorin Angie Beeman zeigen, bestreiten viele männliche Weiße Führungskräfte, dass es Rassismus in ihrem Unternehmen gibt. Etliche versuchen zudem, Diskussionen zum Thema auszuweichen, weil sie unbequem sind oder zu hitzigen Auseinandersetzungen führen.

Sie erkennen nicht, dass sie sich in einer privilegierten Stellung befinden. Stattdessen beharren sie darauf, dass sie und ihre Organisationen keine Unterschiede aufgrund von Geschlecht oder Hautfarbe machen und sich neutral verhalten würden. Nur wenige nehmen das Problem wahr und denken darüber nach, wie sie zu hilfreichen Verbündeten von marginalisierten Gruppen werden könnten.

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Wir betrachten einen solchen Schulterschluss als strategisches Instrument, das Einzelne nutzen können, um im Kampf gegen Ungerechtigkeit zum Unterstützer, Mitstreiter und Verbündeten zu werden. Zu einer Person, die durch persönliche Unterstützung und öffentliche Fürsprache für Chancengleichheit eintritt. Solche Mitstreiter setzen sich aktiv für systemische Verbesserungen in der Arbeitsplatzpolitik, bei den Arbeitsbedingungen und der Unternehmenskultur ein.

In einer Gesellschaft, in der Kundinnen und Kunden, die Belegschaft sowie Investoren Chancengleichheit und ein inklusives Arbeitsumfeld zunehmend als unabdingbar betrachten, ist Solidarität mit unterrepräsentierten Gruppen bis in die obere Führungsriege eine absolute Notwendigkeit. In diesem Artikel beschreiben wir erfolgreiche Beispiele aus der Praxis, die angehenden Verbündeten zeigen, wie sie vorgehen können. Dabei greifen wir auf unsere jahrzehntelangen Erfahrungen und Studien zurück, die zeigen, wie Frauen und People of Color Karriere machen. Menschen werden aufgrund unterschiedlicher Gruppenmerkmale wie Geschlecht, Ethnie oder Herkunft diskriminiert. Bitte bedenken Sie bei Ihrem Engagement, dass Menschen mehrerer dieser Gruppen angehören können, das wird Intersektionalität genannt. Zum Beispiel werden Schwarze Frauen und Frauen aus Einwandererfamilien besonders benachteiligt.

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