Antonia Götsch

Lead Forward Dieser eine Satz hat bei mir was ausgelöst

Es gut mit sich selbst zu meinen – das klingt so selbstverständlich. Aber gerade, wenn wir im Stress sind – wenn wir Projekte abschließen müssen, kranke Kollegen vertreten oder bis in die Abendstunden arbeiten –, sind wir oft weit weg von unseren Bedürfnissen und können gar nicht mehr spüren, was gut für uns wäre.

Manchmal gibt es Sätze, die noch Tage nachklingen. "Was würde ich tun, wenn ich es wirklich gut mit mir meine?", ist so ein Satz. Ich habe ihn im Webinar mit Karsten Drath vergangene Woche mitgeschrieben.

Es gut mit sich selbst zu meinen – das klingt so selbstverständlich. Aber gerade, wenn wir im Stress sind – wenn wir Projekte abschließen müssen, kranke Kollegen vertreten oder bis in die Abendstunden arbeiten –, sind wir oft weit weg von unseren Bedürfnissen. Wir können oft gar nicht mehr spüren, was gut für uns wäre.

Viele meiner Kolleginnen und Kollegen verlangen sich mehr ab als jedem anderen – aus unterschiedlichen Gründen. Meine Kollegin Christiane schleppte sich mit einer Stirnhöhlenentzündung ins Büro, irgendwie ging es ja noch, und es war verdammt viel zu tun. "Ich kann doch jetzt nicht fehlen", sagte sie sich. Ein Arzt redete ihr schließlich ins Gewissen – und ich machte mir Vorwürfe, nicht erkannt zu haben, wie krank sie wirklich war. Mein Kollege Lukas, der das Webinar mit Karsten im Hintergrund steuerte, erzählte mir, er wolle anderen nicht zur Last fallen und hole sich deshalb manchmal keine Hilfe. Zudem komme im Stress sein Perfektionismus durch, der dazu führe, noch drei Stunden mehr in ein Projekt zu investieren – anstatt sich etwas Gutes zu tun und nach Hause zu gehen (auch er hatte sich den Satz notiert und darüber nachgedacht).

"Was uns nicht umbringt, macht uns härter", hieß es manchmal in meiner Familie. Ich weiß aus Coachings und Seminaren, dass es bei mir dieser Glaubenssatz ist, der mich im Stress davon abhält, auf mich selbst zu achten. Und ich weiß eigentlich auch, wie ich mich steuern kann, aber ich vergesse es manchmal.

Vielleicht ist es Ihr Bedürfnis nach Harmonie, vielleicht fällt es Ihnen schwer, eine Aufgabe loszulassen. Vielleicht haben Sie den Impuls einer großen Schwester, andere zu beschützen. Meist wissen wir irgendwo in uns ganz genau, was uns guttut und wo wir es übertreiben. Entscheidend ist, dass wir innehalten, um diese Stimme überhaupt zu hören. Der Lärm kann ohrenbetäubend sein im Stress (Ich muss noch, die Deadline, was wird meine Chefin sagen …).

Wenn Sie sich das nächste Mal im Hamsterrad gefangen fühlen, halten Sie kurz inne. Was würden Sie tun, wenn Sie es wirklich gut mit sich meinen? Was würden Sie Ihrem besten Freund raten, wenn er Ihnen eine solche Situation schildert?

Haben Sie auch so einen Satz, der Sie bewegt hat? Dann würde ich ihn gern hier im Newsletter teilen. Unter 10.000 anderen Leserinnen und Lesern, findet sich bestimmt ein Mensch, der genauso davon profitiert wie Sie.

­Herzliche Grüße,
Antonia Götsch
Chefredakteurin Harvard Business manager

PS: Karsten Drath hat nicht nur das Webinar gehalten, sondern auch den Onlinekurs "Resilient im Job" entwickelt, der am 11.11. startet. Der Kurs enthält neun Videomodule, einen umfangreichen Methodenkoffer und ein 50-seitiges Arbeitsbuch, um Sie ins Tun zu bringen. Er kostet 449 Euro. Alle Informationen und ein FAQ finden Sie bei meinen Kolleginnen und Kollegen von manage forward.

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