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Christiane zu Salm über Krisen "Im Porsche heult man nicht"

Sie war die erste Frau, die in Deutschland einen Fernsehsender führte. Nach außen wirkte Sie oft wie ein Glückskind. Doch innen fühlte sie sich leer. Christiane zu Salm erzählt, wie sie aus der größten Krise ihres Lebens herausfand. Und warum wir alle einen Nachruf schreiben sollten.

Sie wirkte als Managerin von MTV manchmal selbst wie ein Popstar, erschien in schwarzem Lederanzug von Dolce & Gabbana bei den Echo-Awards, strahlte auf fast jedem Foto. Mit 31 Jahren war Christiane zu Salm 1998 die erste Frau in Deutschland an der Spitze eines Fernsehsenders. Anschließend baute sie als Unternehmerin den TV-Quizzender 9Live mit auf, verkaufte diesen erfolgreich an ProSiebenSat.1, wechselte zum Medienunternehmen Burda in den Vorstand.

Eine Karriere, die vorhersagbar erschien. Dann plötzlich ein harter Einschnitt: Keine Galaevents mehr, keine neuen Posten – stattdessen tauchte sie ab – und als Sterbebegleiterin wieder auf. Auslöser war eine große persönliche Krise, über die sie offen in Team A – dem ehrlichen Führungspodcast  von Harvard Business manager und Xing spricht.

"Ich war noch nicht einmal 40 Jahre alt. Ich hatte ausgesorgt und mir das selbst verdient", sagt sie. Sie hatte Familie, war gesund, zum zweiten Mal verheiratet, mit dem Medienmanager Georg Kofler. "Trotz dieser unfassbaren Privilegien bin ich in ein großes, tiefes Loch gefallen", sagt sie. "Dafür habe ich mich geschämt. Im Porsche heult man doch nicht."

Sie bekam Angebote von Headhuntern, Möglichkeiten für Aufsichtsratsposten. "Aber nichts, was von außen an mich herangetragen wurde, hat mich innerlich berührt. Und ich rede über Jahre, nicht über Monate." Sie probierte es mit Hobbys, für die sie vorher nie Zeit gefunden hatte, Klavierspielen zum Beispiel. Aber das füllte die innere Leere auch nicht.

"Irgendwann habe ich angefangen, in mir selbst zu schauen, was will da hochkommen? Die Ausbildung zur Sterbebegleiterin war eine Spur, die mich weiter geführt hat." Zu Salm konnte erstmals hinschauen zu dem, was ihr als Kind passiert war. Der Tod ihres Bruders bei einem Unfall, da war sie sechs und er drei Jahre alt.

Heute arbeitet Christiane zu Salm als Coach. Sie hat viele Dinge verändert in ihrem Leben. Wie Menschen Kraft und Sinn aus einer Krise ziehen können und warum es sich lohnt, seinen eigenen Nachruf zu schreiben, darüber spricht Sie im Podcast .

Team A - Der ehrliche Führungspodcast

Astrid (Maier, Xing-Chefredakteurin) und Antonia (Götsch, Chefredakteurin des Harvard Business manager) - deshalb Team A - leiten seit Jahren Teams. Sie sprechen alle zwei Wochen mit Gästen aus Unternehmen und Universitäten offen über starke Führung und das, was Managerinnen und Manager umtreibt.

Alle Folgen

Wie lassen sich Methoden und Ideen rund um Führung, Strategie und Management wirklich im Alltag umsetzen? Womit sind wir selbst und andere Führungskräfte gescheitert? Im ehrlichen Führungspodcast Team A sprechen die Chefredakteurinnen Antonia Götsch (Harvard Business manager) und Astrid Maier (Xing News) alle zwei Wochen mit Managerinnen und Managern, Gästen aus der Wissenschaft und dem Sport. Team A erscheint vierzehntäglich hier sowie auf Spotify  und Apple .

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