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Erwiderung

In einer kurzen Replik nimmt der Autor des Beitrags, Professor Horst Wildemann, Stellung zu den beiden Leserbriefen.
aus Harvard Business manager 6/2003

Der Beitrag von Herrn Kollegen Bullinger gibt wertvolle Anregungen zur Weiterentwicklung des Modells. Die Erprobung und Evaluierung des Modells "für andere Industriezweige" wird erarbeitet. Ergebnisse aus über 30 Projekten zeigen, dass das Vorhersagemodell unabhängig vom Unternehmenstyp anwendbar ist. Je nach Branche und Stellung in der Wertschöpfungskette werden einige zusätzliche Zeittreiber evaluiert. Es ist denkbar, eine Grundgesamtheit an Zeittreibern in einem branchenübergreifend standardisierten Modell zur Verfügung zu stellen, aus der sich Unternehmen die für sie relevanten auswählen. Problematisch ist bei Großunternehmen die Fähigkeit der Abschätzung aller Zeittreiber, da viele Personen einbezogen werden müssen.

Das auf dem Vorhersagemodell aufbauende Methodenset zur Beschleunigung von Entwicklungsprozessen war weiterer Forschungsschwerpunkt. Die Ansätze sind physikalischtechnologischer und betriebswirtschaftlich-organisatorischer Art und können jeweils einem oder mehreren Zeittreibern zugeordnet werden. Damit ergibt sich eine durchgängige Methodik zur Reduzierung der Entwicklungszeit, die neben der Identifizierung der Zeittreiber auch deren Bekämpfung zum Ziel hat. Gearbeitet wird auch daran, neben Zeitfaktoren auch Kosten- und Qualitätsfaktoren zu berücksichtigen. Damit könnte das Modell zu einem Risikomanagementsystem ausgebaut werden. Zeittreiber werden dann zu Risikotreibern, für die spezifische Handhabungsstrategien bereitzustellen sind.

Der Beitrag von Herrn Schneider erweckt den Eindruck, dass er das Modell nicht verstanden hat. Das Modell ist keine Regressionsanalyse! Die aufgezeigte Anwendung durch renommierte Unternehmen sollte dessen Nutzen genügend unterstreichen. Ein bewährtes Sprichwort besagt: "Schwimmen lernt man nicht auf dem Land." Herrn Schneider würde ich empfehlen, den Nutzen des Modells bei Experten in der Praxis zu erfahren und nicht auf Pseudo-Erfahrungsbetrachtungen beruhende Vermutungen in die Welt zu setzen.

PROF. DR. DR. HORST WILDEMANN

Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre, Technische Universität München

© 2003 Harvard Businessmanager

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