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Wie die Friedrichsfeld GmbH den Weg aus einer existenzgefährdenden Krise fand Ein Traditionsunternehmen wird saniert

Die Friedrichsfeld GmbH, ein Mannheimer Unternehmen mit einer mehr als hundertjährigen Geschichte, fertigte lange Zeit nur Steinzeugprodukte für die Bau- und Chemie-Industrie. Verwöhnt von der Monopolstellung auf den Absatzmärkten, entstand eine Verteil- und Beamtenmentalität - die introvertierte Geschäftsleitung erkannte nicht rechzeitig das Aufkommen neuer Werkstoffe, die die herkömmliche Produktpalette abzulösen begannen. Ende der 70er Jahre war die Krise da: Die Substitutionstendenzen, hohe Kosten und Verluste und eine gefährliche Finanzstruktur stellten das Überleben des Traditionsbetriebes in Frage. Der Verfasser, Geschäftsführer der Friedrichsfeld GmbH, schildert, wie mit einer völlig neuen Strategie und dem Bruch mit der alten Unternehmenskultur innerhalb von fünf bis sechs Jahren die Gesundung gelang. Die trotz ihres recht bescheidenen Geschäftsvolumens (Umsatz 1986: 152 Millionen Mark, 850 Mitarbeiter) sehr komplexe Firma bekam ein gänzlich neues Leistungsprogramm verschrieben: Von 1980 bis 1986 wurden circa 50 Prozent des Umsatzes mit homogenen Massengütern gestrichen und weitgehend durch "intelligente", erklärungsbedürftige und ertragsstärkere Produkte ersetzt - etwa keramische Laboreinrichtungen für die Chemie, technische Kunststoffe für die Betonindustrie und Implantate aus keramischen Werkstoffen für die Medizintechnik. So konnte das Betriebsergebnis der Jahre 1985 und 1986 im Vergleich zu 1979 und 1980 um 15 Prozent vom Umsatz erhöht werden. Die vergangenen beiden Jahre brachten die höchsten Gewinne der Unternehmensgeschichte. Ferner stieg der Eigenkapitalanteil von neun auf rund 25 Prozent. Und schließlich wurde die gefährliche Überschuldung abgebaut: Das Unternehmen trug 49 Millionen Mark Fremdverbindlichkeiten ab und legte ein Guthaben von zehn Millionen Mark an.
aus Harvard Business manager 3/1987
Friedrich Reutner
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