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Ergebnisse einer Langzeituntersuchung von 33 US-Unternehmen Diversifikation - Konzerne ohne Konzept

Wir müssen uns endlich klarmachen, daß Großunternehmen, die in andere Branchen diversifizieren, zum größten Teil jämmerlich Schiffbruch erleiden. Trotz einzelner Glanzleistungen kann die Mehrzahl der Unternehmen, die sich mit Akquisitionen, Joint Ventures oder Neugründungen auf fremde Märkte wagen, die erhofften Gewinne oder Wettbewerbsvorteile nicht verwirklichen. Zu diesem Schluß kommt der Verfasser, der die Diversifikationsprojekte von 33 repräsentativen US-Konzernen zwischen 1950 und 1986 untersucht hat. Weit mehr als die Hälfte der 2021 von branchenfremden Gesellschaften übernommenen Firmen wurden nach wenigen Jahren wieder abgestoßen oder liquidiert. Der Grund: Das Management hat versäumt, drei banale, aber selten gründlich geprüfte Fragen zu klären: Besitzt die neue Branche, in der das Unternehmen sich engagieren will, fundamental gesunde Marktstrukturen? Sind die Kosten des Markteintritts gerechtfertigt? Lassen sich zwischen dem Stammgeschäft und den neuen Geschäftsfeldern Synergieeffekte nutzen? Der Autor analysiert anhand dieser Kriterien vier weitverbreitete Strategien diversifizierter Unternehmen. Er weist nach, daß Portfoliomanagement in Industrieländern mit hochentwickelten Kapitalmärkten nicht mehr profitabel sein kann und daß Sanierung im allgemeinen nur begrenzt funktioniert. Allein Know-how-Transfer und vor allem Aufgabenzentralisierung sind tragfähige Diversifikationsstrategien: Erfolgreiche Mischkonzerne haben in der Regel eng miteinander verzahnte Geschäftseinheiten, zwischen denen ein intensiver, anhaltender Wissens- und Erfahrungsaustausch stattfindet oder die ein sinnvolles Bündeln bestimmter betrieblicher Funktionen erlauben.
aus Harvard Business manager 4/1987
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