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Supply-Chain-Management Die digitale Lieferkette

Unternehmen sehen neue Technologien in der Supply Chain häufig nur als Möglichkeit, Kosten zu sparen. Dabei können die Innovationen auch dabei helfen, schneller auf Nachfrage zu reagieren, genauer zu planen und Umsätze zu steigern.
aus Harvard Business manager 1/2020
Foto: ILLUSTRATION: JAKOB HINRICHS FÜR HARVARD BUSINESS MANAGER

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Roboter, die eigenständig durchs Lager fahren, Maschinen, die selbst Nachschub bestellen, oder Container, die laufend ihren Standort mitteilen – die Digitalisierung verändert die Lieferketten vieler Unternehmen. Die sogenannte Supply Chain 4.0 bietet ganz neue Möglichkeiten, die Produktion zu planen, Lager zu organisieren, Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern oder die Nachfrage vorherzusagen.

Wenn Pharmahersteller wissen, in welchen Regionen gerade besonders viele Menschen an der Grippe erkranken, können sie vor Ort die Vorräte aufstocken. Und wenn eine Waschmaschine eigenständig Waschpulver nachbestellt, kann der Hersteller Supermärkte aus der Lieferkette drängen. In diesem Beitrag möchten wir aufzeigen, welche Chancen die neuen Technologien bieten (siehe Kasten "Die neuen Technologien"). Wir haben 118 Supply-Chain-Experten aus verschiedenen Branchen zu den Technologien befragt, beson-ders hoch sind ihre Erwartungen an Supply Chain Analytics, Prozessautomatisierung und Internet- of-Things-Anwendungen. Insgesamt sehen 67 Prozent der Befragten die Vorteile vor allem darin, Kosten zu sparen. Dabei ist das nur ein Punkt unter vielen. Wertschöpfungshebel gibt es unserer Analy- se nach in vier Bereichen: die Steigerung der Effizienz (die heute schon von vielen Managern erkannt wird), die Steigerung der Agilität, die Steigerung der Validität sowie eine bessere Kommerzialisierung. Häufig lassen sich die hohen Investitionen in Technologien nicht allein durch einen Wertschöpfungshebel rechtfertigen. Manager müssen verstehen, wie sie die Technologie in vielerlei Hinsicht einsetzen können und dadurch sowohl auf der Kosten- als auch auf der Umsatzseite profitieren.

1. Steigerung der Effizienz

Viele neue Technologien haben zum Ziel, die Lohnkosten zu senken. Die Abläufe im Lager werden schon lange immer weiter optimiert, um den Aufwand der Mitarbeiter zu verringern, besonders in der Kommissionierung (der Zusammenstellung eines Auftrags aus den Einzelkomponenten – Anm. d. Red.). Gemessen wird die Effizienz daran, wie viele Artikel pro Stunde gepackt werden ("Picks pro Stunde"). So wird mit der Reihenfolge der zu packenden Artikel, speziellen Zonen für langsam- oder schnelldrehende Artikel oder Technikunterstützung experimentiert. Pick-by-Voice-Systeme zum Beispiel (die mit dem Mitarbeiter per Kopfhörer und Mikrofon interagieren) beschleunigen hier die Abläufe.

Butler für Mitarbeiter

Amazon  hat schon relativ früh die Bedeutung neuer Technologien zur Effizienzsteigerung im Lager erkannt und im Jahr 2012 das Start-up Kiva übernommen, um die Laufwege der Mitarbeiter zu verringern. Im klassischen E-Commerce-Lager liegen oft Hunderttausende unterschiedliche Artikel über große Flächen verteilt. Mitarbeiter müssen relativ viel laufen, um die Artikel nach und nach aus den Regalen zu holen ("Mensch zur Ware").

Kiva hat einen vergleichsweise einfachen Transportroboter entwickelt, der unter ein Regal fährt, es anhebt und zum Kommissionierer bringt ("Ware zum Menschen"). Der Mitarbeiter greift dann das Produkt und legt es in einen Zielbehälter. Mit diesem Verfahren lässt sich die Effizienz eines Mitarbeiters oft um über 30 Prozent steigern. Der "Butler" ist immer verfügbar, im Mehrschichtbetrieb und rechnet sich deshalb schnell. Amazon hat inzwischen schon mehr als 100.000 Kiva-Roboter im Einsatz, und auch Wettbewerber wie Gray Orange oder Swisslog bieten ähnliche Systeme an.

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Ein anderes Beispiel für die Steigerung der Effizienz ist der Einsatz von Robotic Process Automation (RPA) in der Verwaltung. Damit ist es möglich, komplexe manuelle Prozesse wie die Pflege von Stammdaten oder die Zusammenstellung von Kundenbestellungen, die heute noch über mehrere verschiedene Systeme durchgeführt werden, zu automatisieren. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn es sich um repetitive Tätigkeiten handelt. Die Entwicklungsabteilung eines Unternehmens hat beispielsweise eine neue Variante eines Produkts erstellt; die Nummern der neuen Teile landen in einer Excel-Tabelle und müssen nun in das System zur Ressourcenplanung überführt werden. Normalerweise würde ein Mitarbeiter viel Zeit aufwenden müssen, um alle Änderungen manuell und für jeden Artikel einzeln einzutragen. Mit automatisierten Abläufen geht es deutlich schneller, zudem werden Fehler bei der Dateneingabe vermieden. Die operative Effizienz steigt um bis zu 66 Prozent, und die Mitarbeiter in der Planung können ihre Zeit für wichtigere Aufgaben nutzen.

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